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Dienstag, 25.07.2017
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Biotech-Branche auf schmalem Grat

Kein Einbruch, aber auch kein Durchbruch der Biotechnologie

Die Biotechnologie gilt in Deutschland als Musterkind und Boombranche zugleich. Doch seit eingien Jahren stagniert der „Boom“. Gestern hat das Statistische Bundesamt die neuesten Zehlen aus der Branche veröffentlicht – mit gemischten Ergebnissen.
Stammzellen

Stammzellen

Der Bericht beruht auf einer Befragung von 1.208 Unternehmen der Biotech-Branche im ersten Halbjahr 2005 und lieefert eine Bilanz für das Jahr 2004.Danach haben sich die Biotech-Kernunternehmen in Deutschland von 2002 bis 2004 in Bezug auf ihren Umsatz insgesamt und den Umsatz pro Beschäftigten positiv entwickelt. Gleichzeitig sind aber bei diesen Unternehmen die Zahl der Beschäftigten sowie die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich zurückgegangen. Vieles spricht dafür, dass sich die deutsche Biotech-Branche noch immer auf dem steinigen Weg der Konsolidierung befindet.

Ein Medikament mit „Blockbuster“-Potenzial ist in Deutschland nicht in Sicht. Hinzu kommen schwierige rechtliche Rahmenbedingungen für die „grüne“ Biotechnologie sowie ethische Vorbehalte gegenüber der Forschung mit Stammzellen. Liquiditäts- und Finanzierungsengpässe machen vielen Unternehmen zu schaffen.

Auf der anderen Seite bestätigt der Anteil der wenigen großen Unternehmen der Life Sciences Industrie am Gesamtumsatz der Biotech- Branche (2004 über 40 Prozent) das schon in den vorangegangenen Erhebungen festgestellte beträchtliche wirtschaftliche Potenzial der großen Unternehmen auf dem Gebiet der Biotechnologie.


Die Entwicklung der Beschäftigung zeigt im Zweijahresvergleich 2002 bis 2004 nur bei den großen Unternehmen der Life Sciences Industrie – in deren Geschäftszweig Biotechnologie – eine Zuwachsrate (+ 16 Prozent). Bei allen anderen Unternehmenskategorien ist ein Mitarbeiterabbau festzustellen. Zehn Prozent weniger Beschäftigte meldeten die Biotech- Kernunternehmen, ein Minus von knapp zwei Prozent die Ausrüster.

Bei der Entwicklung des Umsatzes verzeichneten die Kernunternehmen sowie die großen Unternehmen ein Plus von neun und 3,3 Prozent. Der Umsatz der Ausrüster ist dagegen ebenso zurückgegangen wie das Beratungsgeschäft der Berater und Finanzdienstleister der Biotech-Branche. Auch wenn der Umsatz je Beschäftigten bei den Kernunternehmen nach oben zeigt (+ 19 Prozent), dürfte die überwiegende Mehrheit noch nicht profitabel arbeiten; ihre Abhängigkeit von externen Finanzierungsquellen besteht weiterhin.

Die regionalen Schwerpunkte der Biotech-Landschaft in Deutschland haben sich nicht verändert. Vorne liegt weiterhin Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen. Bedeutende Biotech-Standorte sind auch die Region Berlin/Brandenburg sowie Niedersachsen.
(Statistisches Bundesamt, 13.10.2005 - NPO)
 
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