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Samstag, 19.08.2017
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Ursuppe war Teufelsgebräu

Überraschende Entdeckung von lichthungrigen Schwefelbakterien deutet auf Lebensfeindlichkeit des Urmeeres hin

Die Meere der Urerde waren wahrscheinlich keine einladende Ursuppe, sonder glichen eher einem lebensfeindlichen Teufelsgebräu. Die überraschende, jetzt in „Nature“ publizierte Entdeckung von Photosynthese betreibenden Schwefelbakterien in 1,6 Milliarden Jahre altem Gestein deutet darauf hin, dass entwickelte Lebensformen wie Fische oder gar Säugetiere in dieser Umwelt nicht hätten gedeihen können.
Biomoleküle in der Ursuppe

Biomoleküle in der Ursuppe

Ein Team von Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Harvard Universität hat gemeinsam mit Kollegen von australischen und britischen Universitäten Gesteine des McArthur Basin in Nordaustralien untersucht. Sie entdeckten dabei Spuren von fossilen, Photosynthese betreibenden Schwefelbakterien. Diese einzelligen Mikroorganismen gedeihen nur unter Umweltbedingungen, in denen sie sowohl reichlich Schwefel in Form von Sulfiden als auch Sonnenlicht vorfinden. Kaum vorhanden waren dagegen Relikte von Algen und Sauerstoff produzierenden Cyanobakterien – sie wurden vermutlich durch den hohen Schwefelgehalt des Wassers vergiftet.

„Diese Arbeit deutet darauf hin, dass die Ozeane der Erde bis vor relativ kurzer Zeit für Tiere und Pflanzen sehr lebensfeindlich waren“, erklärt Carl Pilcher, Astrobiologe der NASA und Forscher an diesem Projekt. „Wenn das wirklich so war, hätte dies tief greifende Bedeutung für die Evolution des Lebens.“

„Die Entdeckung der fossilen Pigmente der pinkfarbigen Schwefelbakterien ist neu und absolut unerwartet. Weil sie eine ziemlich hohe Intensität von Sonnenlicht brauchen, müssen sie, wie auch ihre Schwefelquelle, relativ nahe an der Wasseroberfläche gelebt haben, vielleicht auf 20 bis 40 Meter Tiefe“, so Roger Summons, Professor für Geobiologie am MIT. „Das Sulfid wäre von Bakterien bekommen, die Sulfat reduzieren, das aus der Verwitterung von Gestein stammt und mit dem Regen in die Meere gespült worden sein muss.“


Die Gesteine des McArthur-Beckens sind über ein sehr großes Gebiet und einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren abgelagert worden. Nach Ansicht der Forscher ist dies ein Hinweis darauf, dass sie sich unter Wasser formten und das dieses teilweise mit dem Ozean verbunden war oder sogar Teil eines Meeres bildete. „Dies wiederum impliziert, dass der Ozean einen reichlichen und kontinuierlichen Nachschub an Wasserstoffsulfid besaß und damit ziemlich toxisch für ein Sauerstoff atmendes Lebewesen gewesen sein muss“, erklärt Jochen Brocks von der Australischen Nationaluniversität. „Tatsächlich gab es während sieben Achteln der 4,.5 Milliarden Jahre langen Geschichte der Erde wahrscheinlich wenig Sauerstoff in den Meeren und sicher nicht genug, um Saustoff atmende marine Tiere zu erhalten.“
(NASA, 11.10.2005 - NPO)
 
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