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Freitag, 24.03.2017
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Cryosat abgestürzt

Fehler in Trägerrakete lässt Eisbeobachtungsmission der ESA scheitern

Die europäische Weltraumagentur ESA und mit ihr die Polar- und Klimaforschung haben einen herben Verlust erlitten: Cryosat, der Eisbeobachtungssatellit der ESA, ist verloren. Wegen einer Fehlfunktion der russischen Trägerrakete gelangte der Satellit nicht in seine vorgesehene Umlaufbahn, sondern stürzte über der Nordpolarregion ab.
Cryosat

Cryosat

Dabei hatte zunächst alles so gut ausgesehen: Der Start von Cryosat an Bord der Rockot-Trägerrakete, einer umgebauten ehemaligen SS-19, vom Plesetsk Cosmodrom ging glatt. Die erste Brennstufe zündete und katapultierte Rakete und Fracht in die Atmosphäre. Auch die zweite Brennstufe funktionierte wie geplant. Doch als diese Stufe sich eigentlich hätte abschalten und von der Rakete trennen sollen, geschah nichts.

Eine der Bodenstationen in Redu, Belgien, meldete: „Kein Signal vom Satelliten“ und auch von Kiruna in Schweden kamen Besorgnis erregende Nachrichten: Offensichtlich war die Trennung, die man von dort aus hätte sehen müssen, nicht erfolgt. Für die Wissenschaftler, die sich jahrelang auf diese entscheidende Mission vorbereitet hatten, begann banges Warten und Hoffen wider besseres Wissen.

Doch einige Stunden später kam die Bestätigung von russischer Seite: Der Satellit war verloren. Offenbar war ein fehlendes Kommando vom Bordcomputer schuld an der nicht erfolgten Trennung. Analysen zeigten, dass Rakete und Satellit nördlich von Grönland nahe des Nordpols abgestürzt und ihre Reste im Polarmeer versunken waren.


Yuri Bakhvalov sprach am Samstag der ESA offiziell sein Bedauern aus und erklärte, eine vom russischen Staat eingesetzte Kommission werde die Ursachen des Versagens weiter analysieren. Noch ist nicht klar, ob damit die Eisvermessungsmission der ESA endgültig gescheitert ist, oder ob möglicherweise ein neuer, zweiter Satellit gebaut wird.
(ESA, 10.10.2005 - NPO)
 
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