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Freitag, 20.01.2017
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Gab es doch keine gefiederten Dinosaurier?

Neue Studie weckt Zweifel an bisheriger Theorie

Dinosaurier gelten allgemein als die Vorfahren der heutigen Vögel. Diese Theorie erhielt durch den Fund von federbesetzten Saurierfossilien in China weitere Bestätigung. Jetzt aber haben neue Studien Zweifel an der Existenz von gefiederten Dinosauriern geweckt.
Archäopteryx

Archäopteryx

Evolutionsforscher sind sich einig darin, dass die Vögel mit der Dinosauriergruppe der Theropoden verwandt sind. Strittig aber ist bis heute, ob die Vögel sich direkt aus fortgeschrittenen Theropoden entwickelt haben oder aber aus einem früheren gemeinsamen Vorfahren beider Tiergruppen. Die meisten Forscher unterstützen zurzeit die Theorie der direkten Entwicklung, doch die kürzliche Entdeckung neuer Fossilien in China könnte dies ändern.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Alan Feduccia von der Universität von North Carolina untersuchte die Funde von Federn in allen Entwicklungsstadien und Vogelvorfahren, die rund 25 Millionen Jahre jünger sind als die des Archaeopteryx, des frühesten bekannten Vogels.

Kollagenreste statt Protofedern?


Gemeinsam mit Theagarten Lingham-Soliar von der Universität von KwaZulu-Natal in Südafrika analysierte er die Haut moderner Reptilien, die Auswirkungen der Zersetzung auf die Haut und fossile Belege der vermeintlichen Protofedern an Dinosaurierskeletten. Dabei fanden sich keine eindeutigen Hinweise auf eine tatsächliche direkte Vorstufe von Federn bei Dinosauriern.


Nach Ansicht der Forscher handelt es sich bei den vermeintlichen „Protofedern“ wahrscheinlich eher um Reste des Kollagennetzwerks, das die Dinosaurierhaut verstärkte. Vergleichende Untersuchungen von Dinosaurierrelikten, die eindeutig nicht als Vogelvorfahren gelten, ergaben ein ganz ähnliches Zersetzungsmuster wie die Therododenreste – und bei ihnen kann es sich nicht um Federvorformen gehandelt haben.

Flügelknochen unterschiedlich


Ihr Kollege Richard Hinchliffe vom University College of Wales widmete sich dagegen primär der Dreigliedrigkeit der Flügel beziehungsweise der Theropoden. Bisher galt es als erwiesen, dass sowohl bei den Theropoden als auch bei den Vögeln die ursprünglich fünfzähligen Handknochen auf nur noch drei, die Knochen 1,2 und 3 reduziert waren.

Neuere Erkenntnisse über den Vogelflügel deuten aber zunehmend darauf hin, dass bei den meisten heutigen Vögeln die dreizähligen Handknochen aus den Knochen 2,3 und 4 bestehen. Damit gleicht die Vogelhand zwar äußerlich der dreizähligen Theropodenhand, aber in ihrer Zusammensetzung und damit möglicherweise auch in ihrem Ursprung unterscheiden sich beide.

Gängige Theorie wankt


Die Forscher betonen zwar, dass diese Erkenntnisse noch nicht ausreichen, um die bisher gängige Theorie endgültig zu stürzen, ihrer Ansicht nach sind jedoch erheblich Zweifel daran angebracht. „Noch ist es zu früh, die Debatte um den Ursprung der Vögel zu beenden“, erklären sie in ihrem im Fachmagazin „Journal of Morphology“ veröffentlichten Artikel. „Die zunehmenden Beweise sprechen aber dafür, dass Vögel und vogelähnliche Theropoden verschiedenen Zweigen des Hauptastes der Theropoden angehörten. Sie bilden ein Relikt einer frühen Artenspaltung, in der alle möglichen Stadien von Flugfähigkeit ausgeprägt waren.“ Nach Ansicht der Wissenschaftler müssen jetzt verschiedene Wissenschaftszweige daran mitwirken, das Rätsel der Vögel und des Vogelfluges zu lösen.
(John Wiley & Sons, Inc., 10.10.2005 - NPO)
 
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