Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Donnerstag, 09.02.2012
Stimmen in der Datenbank
Sammlung von Stimmprofilen soll Diagnose erleichtern
Eine heisere Stimme kann Anzeichen einer Erkältung, aber auch einer ernsthafteren Erkrankung oder falscher Sprechweise sein. Ob harmlos oder nicht, kann meist nur eine Untersuchung der Stimmbänder klären. Jetzt haben Wissenschaftler erstmals eine Datenbank mit Stimmprofilen erstellt, die bei der Diagnose wertvolle Hilfe leisten könnte.

Die im Rahmen eines DFG-Projekt erstellte Stimmdatenbank enthält Aufnahmen von 2.000 Personen mit "Normalstimmen" und krankhaft veränderten Stimmen. Die neue, von William J. Barry und Manfred Pützer von der Universität des Saarlands zusammengestellte Datenbank, die in dieser Form bisher einzigartig in Deutschland ist, stellt Phonetikern, aber auch Medizinern einen reichen Datenschatz zur weiteren digitalen Auswertung zur Verfügung.

Die Datenbank unterscheidet zwischen funktionell, organisch sowie zentral bedingten Stimmstörungen und macht detaillierte Angaben zu den einzelnen krankhaften Stimmveränderungen in Form individueller Diagnosestellungen. Bei der Erstellung der Stimmdatenbank wurde sowohl auf akustische als auch auf elektroglottographische Aufzeichnungsmethoden zurückgegriffen. Die Elektroglottographie ist ein Untersuchungsverfahren, das die Kontaktveränderung der Stimmlippen während der Schwingungen misst.

Doch die Stimmensammlung kann noch mehr: Die Wissenschaftler entwickelten einen Parametersatz aus der akustischen und der elektroglottographischen Analyse, der die Stimmprofile männlicher und weiblicher Normalstimmen beziehungsweise krankhaft veränderter Stimmen direkt vergleichbar macht. Die Stimmdatenbank kann somit sowohl bei der Diagnosestellung als auch bei der Überprüfung therapeutischer Ansätze nutzbringend eingesetzt werden.

Eine krankhaft veränderte Stimme fällt in der Regel zunächst der betroffenen Person selbst, aber auch ihren Gesprächspartnern als heiser oder rau auf. Der stimmkranken Person gelingt es in manchen Fällen sogar nur unter Anstrengung zu sprechen. Die Ursachen für einen solchen Stimmklang können organischer, aber auch psychogener Natur sein.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
STimmen, DAtenbank, STimmprofil, MEdizin, DIagnose, Tonaufnahmen
Weitere News zum Thema
Primat mit reinen Ultraschall-Rufen entdeckt (08.02.2012)
Extreme Signale für den Menschen und viele Beutetiere nicht hörbar
Modellvergleich soll Klimafolgen besser abschätzen (08.02.2012)
Besseres Fundament für Weltklimabericht 2014
Laser schützt Satelliten vor Weltraumschrott (07.02.2012)
Genauere Überwachung könnte Kollisionsgefahr verringern
Gen macht anfällig für Anthrax-Gift (07.02.2012)
Forscher finden große Spannbreite der Toxin-Empfindlichkeit innerhalb der Bevölkerung
Turbo-Sterne entpuppen sich als Vampire (06.02.2012)
Warum blitzschnell kreiselnde Neutronensterne ihre Umdrehungen wieder verlangsamen
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
News des Tages
Trennten Hormone den Menschen vom Affen?
Seetang macht Junk-Food gesünder
Gen-Kartoffeln ohne böse Überraschungen
Online-Vorlesungen auf einen Klick
GIS bringt Sonne aufs Dach
Heißer Wiedereintritt mit harten Kanten
Zwergenaufstand gegen Schimmel und Mikroben
Stimmen in der Datenbank
Top-Clicks der Woche
1. Wie der Maulwurf zu zwölf Fingern kommt
2. Supererde in bewohnbarer Zone entdeckt
3. Supervulkane werden schnell wieder aktiv
4. Erster Nano-Blick in das lebende Gehirn
5. Tempolimit auf dem Quanten-Highway