• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 17.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Seetang macht Junk-Food gesünder

Zusatz eines Algenextrakts könnte fehlende Ballaststoffe ersetzen

Als “Junk-Food” gilt all das, was fettig, kohlehydrathaltig und arm an Vitaminen und anderen essentiellen Nährstoffen ist. Denen, die trotzdem nicht auf ihre geliebten Hamburger, Pommes oder Schokoriegel verzichten wollen, wollen jetzt britische Wissenschaftler helfen – mit einem Seetang-Extrakt.
Brauner Seetang

Brauner Seetang

Die Wissenschaftler um Jeff Pearson, Professor für Zell- und Molekularbiologie an der Universität von Newcastle gewannen das so genannte Alginat, ein sehr ballaststoffreiches Extrakt aus dem braunen Seetang der Gattungen Lessonia und Laminaria. Beide Tange kommen an den Küsten Schottlands, Norwegens, des Nahen Ostens und Südamerikas vor. Der im Labor gewonnene Extrakt ist ein weißes, geschmacks- und geruchsloses Puder, das zum Großteil aus langkettigen Kohlenhydraten besteht.

Das Puder kann, so die Forscher, genutzt werden, um Junk-Food mit Ballaststoffen anzureichern und damit die ungesunde Nahrung etwas gesünder zu machen. Vorherige Studien haben gezeigt, dass ballaststoffreiche Kost bestimmte Krankheiten wie Darmkrebs reduzieren kann. Die Forscher erhoffen sich nun vom Alginat, dass es eine wichtige Rolle im Kampf gegen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Darmkrebs spielen könnte.

“Wir essen nicht genügend Ballaststoffe, obwohl wir diese brauchen, um gesund zu bleiben“, erklärt Pearson. „Das Problem ist dass die meisten Leute ballaststoffreiche Lebensmittel wie Obst oder Gemüse nicht sonderlich gerne mögen.“


Und genau hier soll das Alginat Abhilfe schaffen: “Wir glauben, dass es schwer ist, die Ernährungsgewohnheiten der Leute zu ändern, die praktikabelste Lösung ist es daher, die Nahrung zu verbessern, die sie essen“, so der Forscher. „Bei einem Hamburger könnte man beispielsweise einfach einen Teil des Fettes durch Seetangextrakt ersetzen, einem zudem auch noch natürlichen Produkt aus nachhaltiger Produktion. Der Burger würde vermutlich nicht anders schmecken, wäre aber gesünder.“

Algenextrakte sind nicht nur ballaststoffreich, die werden auch jetzt schon in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, beispielsweise um Bierschaum zu festigen oder Süßspeisen anzudicken. Versuche ergaben, dass das Alginat jedoch noch mehr kann: Es fördert die Schleimsekretion und damit die natürliche Schutzschicht der Darmwand, außerdem verlangsamt es die Verdauung und die Aufnahme von Nährstoffen in den Körper.

Pearson hat bereits seine Kollegen zu ersten Tests mit Seetangbrot geladen. Das Ergebnis: Das Alginat wurde nicht herausgeschmeckt. „Brot ist wahrscheinlich das beste Vehikel um die breite Bevölkerung zu erreichen, weil die meisten Menschen Brot essen. Mit dem Seetangextrakt könnte man den Ballaststoffanteil in Weißbrot vervierfachen“, so Pearson.
(University of Newcastle upon Tyne, 27.09.2005 - NPO)
 
Printer IconShare Icon