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Donnerstag, 19.01.2017
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Datenjäger im Dschungeltempel

Wissenschaftler lassen Angkor Wat am Computerbildschirm neu erstehen

Wenn sich die Heidelberger Forscher vom Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) in den kambodschanischen Dschungel aufmachen, greifen sie zur Digitalkamera und nicht zur Machete, um einen völlig neuen Blick auf die Ruinenstadt von Angkor zu bekommen. Ihre Mission als Datenjäger hat das Ziel, eine der größten Tempelanlagen der Welt virtuell zu neuem Leben zu erwecken.
Virtuelles Modell der "Bibliothek" von Angkor Wat

Virtuelles Modell der "Bibliothek" von Angkor Wat

Schon seit 2001 hatten Kontakte des IWR-Direktors Professor Hans Georg Bock zu Kooperationen mit Architekten der Royal University in Phnom Penh geführt. Im März 2005 war es dann soweit: Ein Heidelberger Team von Wissenschaftlern und Studenten reiste in das südostasiatische Land und begann damit, einzigartige Tempelanlagen zu fotografieren und zu vermessen.

Die ersten Ergebnisse zeigen, was ihre Methoden der Visualisierung am Computerbildschirm vermögen. Ein virtueller Rundflug um und durch den als "Bibliothek" bezeichneten Tempel zeigt die Anlage in solcher Detailtreue, dass diese Art der Präsentation als Vorbild auch für die graphische Rekonstruktion anderer historischer Gebäude gelten kann.

Vor Ort im Kambodscha wird dieses Projekt ganz konkret von Nutzen sein. John Sanday von der Non-Profit-Organisation World Monuments Fund, die an der Konservierung der Gebäude beteiligt ist, sieht darin eine Chance, die Ruinen von unzähligen Besuchern zu entlasten und so den Verfall zumindest zu verlangsamen. Während der Bauarbeiten am Tempel Phnom Bakheng soll ein Besucherzentrum mit den Computeranimationen aus Heidelberg die Touristen dafür entschädigen, dass sie nicht mehr überall Zugang haben.


Wie die jahrelange Erfahrungen der Heidelberger Informatiker und Mathematiker in der Rekonstruktion historischer Gebäude dem vom jahrelangen Bürgerkrieg immer noch gezeichneten Land eine Perspektive bei der Ausbildung seines wissenschaftliches Nachwuchses bietet, beschreibt auch das Web-Magazin der Universität Heidelberg.
(Universität Heidelberg, 16.09.2005 - NPO)
 
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