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Donnerstag, 21.09.2017
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Diabetes-Wirkstoff gegen Alzheimer?

Entzündungshemmende Wirkung von Rosiglitazon im klinischen Test

Die Demenzerkrankung Alzheimer trifft immer mehr Menschen, doch eine Therapie gegen das fortschreitende Vergessen gibt es noch nicht. Jetzt haben Wissenschaftler festgestellt, dass ein ursprünglich gegen Diabetes eingesetzes Medikament auch gegen entzündliche Prozesse im Gehirn helfen könnte. Klinische Tests sollen die wirksamkeit nun zeigen.
Gesundes (li.) und Alzheimer-Gehirn

Gesundes (li.) und Alzheimer-Gehirn

Ex-Präsident Ronald Reagan, die Schauspielerin Rita Hayworth, Fußballtrainer Helmut Schön und der Geiger Helmut Zacharias hatten eines gemeinsam: Alzhei-mersche Erkrankung. Dies ist eine Erkrankung des Gehirns, die vor allem im höheren Lebensalter auftritt. Die Krankheit beginnt häufig mit Vergesslichkeit und endet im Verlust der Erinnerung, der Sprache und der Identität. Der deutsche Neuropathologe und Psychiater Alois Alzheimer beschrieb 1906 erstmals die Symptome.

Nach ihrem Tod entdeckte er im Gehirn seiner Patientin Auguste Deter ungewöhnliche Eiweißablagerungen in und zwischen den Nervenzellen. Die Alzheimer-Krankheit ist für 70 Prozent aller Demenzerkrankungen im Alter verantwortlich. Das Kieler Institut für Gesundheits-System- Forschung geht von bis zu 1,6 Millionen Betroffenen in Deutschland aus.

Bisher keine Therapie


Die Krankheitsursache ist bisher noch nicht vollständig geklärt. Man weiß, dass die für die Krankheit typischen Ablagerungen (Alzheimer- Fibrillen und Plaques) Nervenzellen im Gehirn zerstören und die Hirnmasse zum Schrumpfen bringen.


Da einmal zerstörte Nervenzellen nicht wieder repariert werden können, gibt es keine Therapie, die den Patienten von der Krankheit heilen könnte. Bisher werden die Patienten mit Medikamenten, die die Gedächtnisleistung erhalten sollen, und begleitenden psychosozialen Maßnahmen behandelt. Dabei können der Verlauf der Erkrankung verlangsamt und die Symptome gemildert, aber letztlich nicht aufgehalten werden.

Rosiglitazon im klinischen Test


Jetzt könnte es neue Hoffnung für die Betroffenen geben: Forscher des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK) führen zurzeit Studien mit einem Wirkstoff durch, der das Fortschreiten der Demenzkrankheit Morbus Alzheimer künftig verlangsamen könnte. Der Wirkstoff Rosiglitazon wurde ursprünglich in der Diabetesforschung entdeckt. Die Forscher wollen nun in klinischen Tests herausfinden, ob das Rosiglitazon sich bei Alzheimer-Patienten positiv auf den Verlauf der Krankheit auswirken kann. Sie vermuten, dass Rosiglitazon nicht nur die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin steigern und damit den Blutzuckerspiegel regulieren kann, sondern auch Entzündungen hemmen kann.

"Um den Verlauf der Krankheit zu lindern oder gar zu stoppen, könnte der Ansatz, die allgemeinen Mechanismen des Morbus Alzheimer - wie etwa Entzündungsvorgänge - zu beeinflussen, Erfolg versprechender sein als einzelne Nervenüberträgerstoffe zu ersetzen", so Dr. Michael Herschel, Leiter der Klinischen Forschung von GSK in Deutschland. Denn sowohl Entgleisungen des Blutzuckerspiegels als auch Entzündungsprozesse scheinen eine Rolle in der Entstehung der Alzheimer-Krankheit zu spielen.

Bis Rosiglitazon bei Alzheimer-Patienten eingesetzt werden kann, müssen die Forscher allerdings noch weitere Studien durchführen. Zurzeit befindet sich Rosiglitazon in einer Phase II-Studie, in der Wirksamkeit und Verträglichkeit des Wirkstoffs nachgewiesen werden müssen.
(GlaxoSmithKline, 13.09.2005 - NPO)
 
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