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Dienstag, 23.05.2017
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Krebszellen legen Immunzellen lahm

Tumore blockieren T-Zellen des Abwehrsystems

Krebszellen können bestimmte Zellen des Immunsystems lahm legen und somit unkontrolliert weiterwachsen. Die Tumorzellen blockieren ausgerechnet die T-Zellen des Abwehrsystems, die eigentlich die Tumoren erkennen und zerstören sollen. Das haben Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Berliner Charité in siebenjähriger Forschungsarbeit an transgenen Mäusen herausgefunden.
Krebszellen

Krebszellen

Bisher gingen Mediziner davon aus, dass sich Tumorzellen vor den Spürhunden des Immunsystems verstecken und damit einer Verfolgung entgehen.

Im Rahmen ihrer Untersuchung stellten die Forscher zudem fest, dass das Immunsystem die aus einer einzelnen Krebszelle entstandenen Tumoren zwar erkennt und auch sehr stark reagiert, unter anderem mit vermehrter T-Zell-Produktion. Diese T-Zellen sind jedoch wirkungslos. Dr. Gerald Willimsky und Professor Thomas Blankenstein berichten über ihre Studie zum Immunsystem und seine Rolle bei der Krebsbekämpfung in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature.

Die von den beiden Immunologen erzielten Ergebnisse treffen auf so genannte spontane, ohne äußere Einflüsse entstandene Tumore zu. Hingegen können T-Zellen Tumoren, die auf Virusinfektionen zurückgehen - etwa das von Epstein-Barr-Viren verursachte B-Zell-Lymphom - sehr gut unter Kontrolle halten.


Für eine Immuntherapie setzen die jetzt gewonnenen Erkenntnisse nach Ansicht der Forscher dennoch ein gutes Zeichen: Zwar legen die Krebszellen das Immunsystem lahm. Aber die beiden Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Tumorzellen die Zielstrukturen, die Immunzellen theoretisch als Angriffspunkte nutzen könnten, entgegen bisheriger Vorstellungen nicht verlieren und damit erkannt und zerstört werden könnten.
(idw - Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), 07.09.2005 - DLO)
 
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