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Freitag, 10.02.2012
Mehr Erdöl aus der Nordsee
Neue Bohranlage für die Mittelplate
Die einzige Ölförderinsel in deutschen Gewässern, die Mittelplate, erhält in den nächsten Wochen eine neue Bohranlage. Mithilfe der insgesamt rund 50 Millionen Euro teuren Technologie T-150, die zu den größten und modernsten Bohrgeräten Europas zählt, wird die Ölproduktion in der Nordsee schon bald deutlich ansteigen.

Bohr- und Förderinsel Mittelplate
Bohr- und Förderinsel Mittelplate
© Mittelplate Konsortium
Nach Angaben des Mittelplate Konsortiums wird die High-Tech-Anlage ab Dezember 2005 dafür sorgen, dass der Bohrmeißel bis zu 10.000 Meter weit zu den bislang nicht zugänglichen ölführenden Sandsteinschichten in 2.000 bis 3.000 Meter Tiefe vordringen kann. Dort befinden sich im Ölfeld Mittelplate die ergiebigsten Ölvorkommen Deutschlands.

Seit Förderbeginn 1987 sind von der Bohr- und Förderinsel Mittelplate 18 von 44 möglichen Bohrungen niedergebracht und 9,5 Millionen Tonnen Öl gewonnen werden. Die anfänglich jährlichen Förderraten von rund 200.000 Tonnen Erdöl wurden nach Angaben des Konsortiums durch eine ständige Anpassung der Fördereinrichtungen auf der Insel und durch Erweiterung der Transportkapazitäten auf rund 900.000 Tonnen pro Jahr erhöht. Wegen der tiden- und wetterbedingt eingeschränkten Transportmöglichkeiten war damit das Förderlimit auf der Insel erreicht.

Auch ökologische Vorteile
Mit ihrem größeren Bohrradius wird die von der Bentec GmbH in Bad Bentheim gebaute Bohranlage T-150 das Ölfeld Mittelplate optimal erschließen. Im Zusammenhang mit der Pipeline-Anbindung der Bohr- und Förderinsel Mittelplate an die Aufbereitungsanlagen der Landstation Dieksand ermöglicht die neue leistungsstarke Bohranlage laut Aussage des Mittelplate Konsortiums eine Erhöhung der Erdöl-Produktion von der Insel auf jährlich 1,2 bis 1,6 Millionen Tonnen Öl.

Das Erweiterungsprojekt zeichnet sich nach Angaben der Rohhstoffexperten auch durch ökologische Vorteile aus: Nach einer Übergangsphase können jährlich rund 1.000 Öltransporte mit den eingesetzten speziellen Schubverbänden entfallen. Gleichzeitig verkürzt sich die Gesamtförderdauer aus dem Ölfeld um rund zehn Jahre.

Etwa 40 Millionen Tonnen Erdöl können voraussichtlich noch aus der Lagerstätte gefördert werden. Da die übrigen inländischen Lagerstätten weitgehend ausgefördert und erschöpft sind, ist Mittelplate mit knapp 65 Prozent der nationalen Rohölreserven das einzige deutsche Ölfeld mit Zukunft.
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