• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 22.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Virtuelle OP-Teams für Antarktis-Forscher

Telemedizin verbessert Notfallversorgung auf Neumayer-Station

Während der Chirurg in der Antarktis operiert, überwacht der Anästhesist den Zustand des Patienten vom Klinikum Bremerhaven aus. Mit 128 Kilobit pro Sekunde überträgt eine Satellitenstandleitung zwischen dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven und der deutschen Forschungsstation Neumayer in der Antarktis medizinische Daten.
Telemedizin verbessert Notfallversorgung

Telemedizin verbessert Notfallversorgung

Obwohl die beteiligten Ärzte tausende von Kilometern getrennt sind, tauschen die virtuellen OP-Teams mit nur zwei bis drei Sekunden Verzögerung Bilder, Messwerte und Ratschläge aus. Die bereits in der Raumfahrt eingesetzte Telemedizin ergänzt und verbessert die Notfallversorgung in der Neumayer-Station.

Bis zu zehn Monate lang sind die Wissenschaftler der Station im antarktischen Winter nur über Satellit mit der Außenwelt verbunden. Ein Chirurg ist zwar stets Mitglied der neunköpfigen Überwinterungsmannschaft, allerdings konnten ihm bisher nur "Laienhelfer" aus dem Überwinterungsteam bei Operationen assistieren. Das neue System wird seit 2004 getestet. "Die Erprobung in der Sommersaison verlief für alle Beteiligten erfolgreich", berichtet Eberhard Kohlberg, Arzt auf der Neumayer-Station. "Wir haben stundenlang übertragen, ohne dass Aussetzer auftraten. Die Qualität der empfangenen Bilder wäre innerhalb des Krankenhauses nicht besser."

Für die Telemedizin wurde die schon seit 2001 bestehende Zusammenarbeit zwischen dem Alfred-Wegener-Institut und dem Klinikum Bremerhaven vertieft. Privatdozent Dr. Mario Kasper erklärt: "Mit dem Corlink-System werden Daten wie Sauerstoffsättigung des Blutes und Kohlendioxidgehalt bei der Ausatmung, Temperatur, Pulsfrequenz, EKG und Blutdruck in Echtzeit übertragen. Anhand dieser Daten kann ich von Bremerhaven aus die Narkose überwachen. Sollten die Messwerte Veränderungen der Atmung oder des Kreislaufs anzeigen, kann ich den Kollegen in der Neumayer- Station per Telefon darauf aufmerksam machen oder ihm eine Nachricht direkt auf den Bildschirm senden."


Ab kommendem Jahr soll das System fest installiert werden.
(idw - Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, 22.08.2005 - DLO)
 
Printer IconShare Icon