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Freitag, 28.07.2017
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Kein Comeback für den Kabeljau

Fischbestand trotz Bemühungen nicht erholt

Trotz großer Schutzbemühungen macht sich der Kabeljau in der Nordsee noch immer rar. Das hat eine Untersuchungesfahrt des Fischereiforschungsschiffs „Walther Herwig III“ jetzt gezeigt. Zudem sind in der Deutschen Bucht erste klimabedingte Veränderungen der Artenzusammensetzung messbar.
Fischfang für die Wissenschaft

Fischfang für die Wissenschaft

Am 17. August kehrt das Fischereiforschungsschiff „Walther Herwig III“ von einer 4-wöchigen Forschungsfahrt in die Nordsee nach Bremerhaven zurück. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. S. Ehrich von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg wurde die Fischfauna auf langfristige, möglicherweise klimabedingte Veränderungen untersucht. Für die seit 1987 jährlich durchgeführten Untersuchungen in zwölf Dauerbeobachtungsgebieten, die über die Nordsee verteilt sind, war diesmal auch ein Expertenteam des Forschungsinstituts Senckenberg zur Beobachtung der der wirbellosen Bodentiere mit an Bord.

Die diesjährigen Fänge der Schiffe bestätigten wieder, dass trotz der großen Bemühungen zum Wiederaufbau des Kabeljaubestandes in der Nordsee noch keine Anzeichen für eine Erholung dieses Fischbestandes erkennbar sind. Andere Fischarten traten dagegen in zum Teil erheblichen Mengen auf: So wurden in einem Gebiet vor der schottischen Küste größere Fänge an jungen Schellfischen und Stintdorschen getätigt.

Veränderungen in der Fisch- und Benthosfauna, die auf eine dauerhafte Veränderung des Systems zurückzuführen sind (wie beispielsweise die Erwärmung, wurden jedoch nur in der Deutschen Bucht festgestellt. Sehr auffallend ist der hohe Anteil von Krebsen in den Fängen. Sehr stark zugenommen haben Schwimmkrabben (Nordsee- und südliche Arten) und auch der große Taschenkrebs ist trotz seiner Befischung so häufig geworden, dass er immer weiter in flachere und küstennahe Gebiete vordringt.


Durch die Verbesserung der Wasserqualität in den Flüssen nimmt die Finte, eine der Fischarten, der in der EU ein sehr hoher Schutz zuteil wird, weiter zu. Sie ist sehr empfindlich gegen Verschmutzung und laicht in den Flüssen. Die Finte gehört im marinen Bereich jetzt schon zu den häufigeren Fischarten. Auf die Bestände der Meeresvögel scheinen die Veränderungen in der Fisch- und Benthosfauna keine negativen Auswirkungen zu haben. Gerade in der Deutschen Bucht begleiteten Tausende von ihnen das Schiff auf seinem Weg von Station zu Station, um so viel wie möglich von dem Fang zu ergattern.
(Bundesforschungsanstalt für Fischerei, 17.08.2005 - NPO)
 
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