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Donnerstag, 20.07.2017
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Meteoriten auf Wanderschaft

Neue Forschungsstelle für Meteoriten gegründet

Als „Boten aus dem All“ werden Eisen- und Steinmeteorite oft bezeichnet. Sie fallen als Bruchstücke von Asteroiden oder Kleinplaneten immer mal wieder auf die Erde und bergen zahlreiche Informationen über Entstehung und Alter des Sonnensystems. In der neu gegründeten Forschungsstelle der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft sind nun die prominentesten Fundstücke in einer der bedeutendsten Meteoritensammlung Deutschlands vereint.
Meteoriteneinschlag

Meteoriteneinschlag

Die einzigartige Sammlung umfasst rund 1.900 Meteoriten aus Nord- und Südamerika, Europa, Afrika, Asien und Australien. Darunter befinden sich auch historisch und wissenschaftlich besonders wertvolle Objekte wie der Eukrit von Stannern, der 1808 in Böhmen gefallen ist, und Scheiben eines Eisenmeteoriten aus dem hessischen Treysa, nach dem Alfred Wegener einst vergeblich gesucht hatte, sowie Mars- und Mondmeteorite.

Diese wertvollen Fundstücke wurden nun von verschiedenen Instituten an die neu gegründete Abteilung für Meteoritenforschung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt übergeben. Damit beschäftigt sich das Forschungsinstitut in Zukunft auch mit den „anorganischen“ Grundbausteinen des Sonnensystems, seiner Planeten und deren geologischer Entwicklung. Durch die Kooperation mit dem Mainzer und Heidelberger Max-Planck-Instituten sowie der Mineralogischen Abteilung der Universität Frankfurt ist zudem gewährleistet, dass die Meteoritensammlung auch langfristig gesichert ist.

Marsstaub in Frankfurt


Scheibe des Eisenmeteorits "Bishop Canyon"

Scheibe des Eisenmeteorits "Bishop Canyon"

Geleitet wird die neu gegründete Sektion von Dr. Jutta Zipfel, die bisher in der Abteilung Kosmochemie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz auf der Spur kosmischer Boten war. Ihr wissenschaftlicher Ehrgeiz gilt der Erforschung von Mechanismen und zeitlichen Abläufe, die zur Bildung fester Materie im Sonnensystem und zur Entstehung von Planeten führten. So wurden beispielsweise in vielen Meteoriten kleinste Teilchen identifiziert, die sogar älter als unser Sonnensystem sind.


Ein Schwerpunkt der zukünftigen Arbeit der neuen Fachsektion liegt vor allem auf der Dokumentation und Klassifizierung neuer Meteoritenfunde. Bereits jetzt spielen insbesondere die Senckenberger „Marsmeteoriten“ eine große Rolle, da sie das einzig verfügbare Material von der Oberfläche des „roten Planeten“ sind. Die Auswertungen stehen daher auch im Zusammenhang mit den aktuellen Ergebnissen der laufenden NASA Mars Exploration Rover Missionen.

Eine für Ende des Jahres geplante Dauerausstellung im Senckenberg-Museum wird die bestehende Schausammlung durch besondere Exponate um die kosmische Dimension erweitern und die umfangreichen Forschungsergebnisse der Max-Planck-Institute auf diesem Gebiet präsentieren.
(Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, 09.08.2005 - AHE)
 
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