• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 17.01.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

„Fehlende“ Quasare aufgespürt

Supermassive Schwarze Löcher versteckten sich hinter Staubwolken

Bisher haben die größten Schwarzen Löcher im Kosmos vorwiegend hinter verschlossenen Türen „gespeist“ – wirbelnder Staub und Materie verdeckten den direkten Blick auf sie. Doch jetzt ist es dem Spitzer-Teleskop der NASA mithilfe seiner starken Infrarotsensoren gelungen, einen Teil der lange gesuchten Population der Quasare aufzuspüren – supermassive Schwarze Löcher, die von einem gigantischen Ring aus Gas und Staub umgeben sind.
Neu aufgespürter Quasar in Infrarotansicht

Neu aufgespürter Quasar in Infrarotansicht

“Aus früheren Studien mit Röntgenstrahlen erwarteten wir eine Menge versteckte Quasare, aber wir konnten sie nicht finden“, erklärt der Astronom Alejo Martínez-Sansigre von der Universität von Oxford in England und Hauptautor der jetzt in „Nature“ veröffentlichten Studie. „Wir mussten erst auf Spitzer warten um gleich eine ganze Population dieser staubverhüllten Objekte zu entdecken.“

Quasare finden sich im Herzen entfernter Galaxien. Die supermassiven Schwarzen Löcher verschlingen jährlich Materie vergleichbar der Masse von bis zu tausend Sternen. Während sie das Material aus den sie umgebenden Staubringen absaugen, leuchtet dieses hell auf und macht die Quasare damit mit zu den hellsten Objekten des Universums.

Seit Jahren rätseln Astronomen über die Frage, wie viele dieser Riesen sich im Kosmos befinden. Eine Standardmethode, um dies zu ermitteln ist die Messung der kosmischen Hintergrundstrahlung. DA Quasare starke Röntgenstrahlenquellen sind, lässt sich aus der Gesamtstrahlung auf die Anzahl der Quasare schließen. Doch diese Schätzungen stimmten nicht mit den direkten Beobachtungen von Quasaren überein – es waren viel weniger als geschätzt – und eigentlich sollten sie ob ihrer Helligkeit doch kaum zu übersehen sein. Wo also waren die fehlenden?


Die Astronomen vermuteten, dass sich ein Großteil der Schwarzen Löcher so hinter ihren Staubwolken oder in Staubgefüllten Galaxien verbergen, dass ihr Licht verschluckt wird. Da Infrarotstrahlung im Gegensatz zu Röntgen- oder sichtbarem Licht durch diese Hindernisse hindurchstrahlt, konnte das Spitzer-Teleskop jetzt gleich 21 bisher unentdeckte Quasare in nur einem kleinen Himmelsausschnitt ausfindig gemacht.

„Wenn man unsere 21 Quasare auf den Rest des Himmels hochrechnet, erhält man eine ganze Menge Quasare“, so Mark Lacy vom Spitzer Science Center des California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena. "Das bedeutet, dass wie schon vermutet, die meisten supermassiven Schwarzen Löcher hinter Staubschleiern versteckt sind.“ Mithilfe dieser Entdeckung können die Astronomen sich nun ein komplexeres und vollständigeres Bild davon machen, wo und wie Quasare im Universum entstanden sind.
(NASA, 05.08.2005 - NPO)
 
Printer IconShare Icon