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Sonntag, 23.07.2017
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Feldhamster kein Jobkiller

BfN und NABU besorgt über Diffamierung des Naturschutzes

Der Naturschutzbund NABU und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) haben angesichts der geplanten Bundestagswahl Politiker aufgefordert, den Naturschutz nicht als Blockierer von Wirtschaftsvorhaben zu diffamieren. „Kein Gewerbe- oder Neubaugebiet in Deutschland ist am Feldhamster gescheitert“ sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
{1l}Danach sei seit 1998 von bundesweit 24 Bauvorhaben, in denen der vom Aussterben bedrohte Feldhamster eine Rolle spielte, nur die Planung für ein Projekt - einem Golfplatz in Hessen – gestoppt worden. Der nach EU-Recht und Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Feldhamster werde seit dem vergangenen Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen von Politikern zu Unrecht als Job-Vernichter missbraucht, so Miller.

"Seit einiger Zeit mehren sich in den Medien Berichte, in denen das Anliegen des Naturschutzes diffamiert wird", sagte auch BfN-Präsident Professor Hartmut Vogtmann. "Der Naturschutz ist nicht an den wirtschaftlichen Problemen des Landes Schuld", erklärte Vogtmann. "Verschiedene Studien zu den positiven ökonomischen Effekten des Naturschutzes belegen das Gegenteil. Leider unterstellen manche Politiker und Medien, die Bevölkerung hätte eine zunehmend kritische Distanz zum Naturschutz. Dies ist eindeutig falsch. Nach der neuesten Umfrage zum Stellenwert des Naturschutzes in der Gesellschaft finden 92 Prozent der Deutschen einen wirksamen Natur- und Umweltschutz wichtig bis sehr wichtig", erläuterte Vogtmann.

Bewahrung des Naturerbes keine Schönwetter-Aufgabe


"Die Bundesrepublik Deutschland hat alle internationalen Konventionen und Richtlinien im Arten- und Naturschutz unterzeichnet und ist an deren Einhaltung völkerrechtlich gebunden. Dazu gehört auch der Schutz der Feldhamster. Wir können nicht die Bedrohung der chinesischen Pandabären oder der tropischen Regenwälder beklagen und gleichzeitig unseren heimischen Feldhamster dämonisieren. Glaubwürdiger Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür", erklärte Vogtmann. "Die Bewahrung unseres Naturerbes darf keine Schönwetter-Aufgabe in konjunkturellen Spitzenzeiten sein. Die natürlichen Lebensgrundlagen müssen gerade im Interesse künftiger Generationen auch jetzt erhalten und entwickelt werden, " so Vogtmann.


„Einzelne Politiker sollten sich anstelle von substanzloser Polemik gegen Natur- und Umweltschützer auf die Lösung der anstehenden Aufgaben konzentrieren und zu einer sachlichen Diskussion zurückkehren“, betonte auch Miller. Er appellierte in diesem Zusammenhang an alle Parteien, die Ziele des Natur- und Umweltschutzes auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit nicht wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen. Die Erhaltung des Nationalen Naturerbes sei die Verantwortung der heutigen für nachfolgende Generationen, die nicht tagespolitischen Beliebigkeiten untergeordnet werden dürfe.

Flächenverbrauch bereitet Sorge


Mit Sorge beobachtet das BfN den massiven Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen, der mit 93 Hektar pro Tag noch immer viel zu hoch ist. Dies entspricht ca. 120 Fußballfeldern am Tag und mit 341 Kilometer" fast dreimal der Wasserfläche des größten deutschen Sees, den Müritzsee (oder 2/3 des internationalen Bodensees).

Die Flächeninanspruchnahme hat fatale Folgen. So gehen Freiräume für die Erholung gehen verloren, das Landschaftsbild wird beeinträchtigt, Lebensräume für Pflanzen und Tiere werden dauerhaft zerstört und die Nutzungsfähigkeit der Böden wird vernichtet.

"Zur Problemlösung darf es dabei nicht nur um eine quantitative, d.h. reduzierende Steuerung der Flächeninanspruchnahme gehen. Sondern die weiterhin erforderliche Entwicklung muss auch qualitativ gelenkt werden. Die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur Innenentwicklung durch Nachverdichtung, Umnutzung und Flächenrecycling müssen den Ansprüchen der Bewohner an die Lebensqualität in der Stadt gerecht werden.
(idw – BfN, NABU, 29.07.2005 - DLO)
 
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