Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Elektronen im "Schneckentempo"
Exotische Eigenschaften am absoluten Nullpunkt
Ja, ich will - oder doch nicht? Nicht nur bei uns Menschen gibt es entscheidungsfreudigere oder weniger entscheidungsfreudige. Auch bei manchen Materialien - den so genannten "Schwere-Fermionen" - haben Forscher entdeckt, dass sie sich nahe am absoluten Nullpunkt nicht entscheiden können, ob sie in einen Zustand magnetischer Ordnung übergehen möchten oder ungeordnet bleiben wollen.
Elektronen im Teilchen-Beschleuniger TESLA
Elektronen im Teilchen-Beschleuniger TESLA
© DESY Hamburg
Das "Schneckentempo" dieser Teilchen gibt Forschern beispielsweise die berechtigte Hoffnung, in Zukunft leistungsfähige Kühlelemente bauen zu können, die keine beweglichen Teile besitzen und sogar Wärme direkt in Elektrizität umwandeln, wie sie etwa bei der Abwärme in Fahrzeugen entsteht. Auf diese Teilchen setzen Physiker in aller Welt daher im wahrsten Sinne des Wortes schwerwiegende wissenschaftliche Hoffnungen. Sie werden vom 26. bis 30. Juli 2005 bei der International Conference on Strongly Correlated Electron Systems (SCES'05) an der TU Wien diskutiert.

Elektronen langsamer, weil schwerer
Der wichtigste mikroskopische Grund für das Auftreten der großen Vielfalt von Phänomenen in solchen Systemen liegt darin, dass die wechselwirkenden Elektronen eine wesentlich erhöhte Masse aufzuweisen scheinen. Sie kann bis zu 1.000-fach größer sein, als sie Elektronen in einfachen metallischen Systemen besitzen. In Bezug auf die Geschwindigkeit dieser Teilchen bedeutet das, dass ihre Geschwindigkeit substanziell reduziert ist. Die Elektronen als Ladungsträger legen sozusagen einen "Kriechgang" ein und bewegen sich fast im sprichwörtlichen Schneckentempo.

Einen Durchbruch bei diesen Materialien, die auf Grund ihrer hohen effektiven Massen auch "Schwere-Fermionen" genannt werden, stellt die Entdeckung dar, dass sich viele dieser Verbindungen nahe einer magnetischen "Instabiliät" befinden. Sie können sich bis zu den tiefsten Temperaturen, das heißt nahe am absoluten Nullpunkt nicht entscheiden, ob sie in einen Zustand magnetischer Ordnung übergehen möchten oder ungeordnet bleiben wollen. Durch Anwendung externer Parameter wie Druck oder Magnetfeld kann die Temperatur, unterhalb der die Substanz magnetisch ordnet, variiert werden. Die Forscher interessiert hier insbesondere der Wert jenes Parameters, bei dem das System erst am absoluten Temperaturnullpunkt ordnet.

Vielversprechende Quantenübergänge
Ein derartiger "Quanten"-Phasenübergang unterscheidet sich wesentlich von klassischen Phasenübergängen wie dem Schmelzen von Eis bei 0°C, da er nicht durch thermische Fluktuationen sondern durch Quanten- Fluktuationen getrieben wird. Viele exotische Eigenschaften der Schwere-Fermionen-Verbindungen werden nun auf den Einfluss dieser Quanten-Fluktuationen zurückgeführt.

Es gibt auch Anhaltspunkte dafür, dass in der überaus anwendungsträchtigen Klasse der Hochtemperatur-Supraleiter Quanten- Phasenübergänge eine wesentliche Rolle spielen könnten. Da in diesen Systemen eine sehr robuste Supraleitung die Erforschung vieler grundlegender Phänomene erschwert, dienen Schwere-Fermionen-Systeme hier als geeignete Modellsysteme.

Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Physik, Quantenphysik, Elektrizität, Leiter, Supraleiter, Nullpunkt, TEmperatur, EIgenschaften der MAterie
Weitere News zum Thema
Forscher züchten Atome mit Nano-Schnurrbart (17.05.2013)
Experiment erzeugt skurrile Nanostrukturen mit zwei Spiegelachsen
Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk (17.05.2013)
Neue Funktechnik macht drahtlose Übertragung genauso schnell wie DSL
Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen (17.05.2013)
Komplexe Formen durch gezielte Manipulation der Wachstumsbedingungen
Faszinierende Simulation platzender Seifenblasen (14.05.2013)
Kombiniertes Gleichungssystem beschreibt physikalische Vorgänge im Schaum
Hohes Tsunami-Risiko für Iran, Oman und Pakistan (14.05.2013)
Makran Subduktionszone vor der Küste erweist sich als gefährlicher als gedacht
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Dossiers zum Thema
Urknall im Speicherring
Teilchenphysiker auf der Suche nach dem Ursprung des Universums
Little Big Bang
Spielen Teilchenphysiker mit unserem Universum?
Nanotechnologie
Baukastenspiele im Reich des Allerkleinsten
Computer der Zukunft
Rechnen mit Quanten, Licht und DNA
Zoom aufs Atom
Reise in den Mikrokosmos
News des Tages
Mit Riesenfäden gegen die Erosion
Pilzwirkstoff hemmt Krebsauslöser
Elektronen im "Schneckentempo"
EU befragt Bürger zu Hochwasserschutz
Nachweis für Biomarker gesucht
Waldbrände: Prävention statt Bekämpfung?
Virtuelle Hefezelle im Schock
Roboter schneiden schneller
Bücher zum Thema
Was soll das alles?
Gedanken eines Physikers von Richard P. Feynman
Geheimnisse unseres Universums
Zeitreisen, Quantenwelt, Weltformel von Joachim Bublath
Top-Clicks der Woche
1. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund
2. Ältestes Wasser der Erde entdeckt
3. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
4. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
5. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk