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Donnerstag, 14.12.2017
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Allergien: Epidemie des 21. Jahrhunderts?

Welt-Allergie-Tag am 8. Juli soll Problembewusstsein wecken

Allergische Krankheiten wie Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis haben in den letzten Jahrzehnten national wie international so dramatisch zugenommen, dass Experten sogar von epidemieähnlichen Zuständen sprechen. Sie wollen daher sowohl die Forschungsansdtrengungen als auch die Aufklärung der Bevölkerung verstärken.
Blütenpollen als Allergieauslöser

Blütenpollen als Allergieauslöser

An Heuschnupfen leidet in Deutschland inzwischen jeder Vierte. Weltweit leiden etwa 22 Prozent der Bevölkerung an allergischer Rhinitis, so die Fachbezeichnung. Die Anzahl der Asthmapatienten schätzt der Präsident der World Allergy Organization (WAO), Professor Carlos E. Baena-Cagnani aus Argentinien, aktuell auf 300 Millionen.

In Deutschland sind bis zu 4,4 Prozent der Erwachsenen und etwa drei bis sieben Prozent der Kinder und Jugendlichen an Asthma erkrankt, das in 85 Prozent der Fälle durch eine Allergie verursacht wird. "Unsere bisherigen Präventionsempfehlungen haben den Anstieg allergischer Erkrankungen bisher nicht aufhalten können. Umso wichtiger ist es, dass wir die Forschungsanstrengungen hinsichtlich der Allergenkarenz und der präventiven Wirkung schützender Faktoren weiter verstärken", sagte Professor Ulrich Wahn, Präsident der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) in München.

Verlust an Lebensqualität


Allergien sind keine Bagatellerkrankungen. In Deutschland sterben an Asthma jährlich 2.700 Menschen, weltweit mehr als 180.000 Menschen. Zudem haben allergische Erkrankungen großen Einfluss auf die Lebensqualität: Das soziale Leben leidet, Kinder haben häufig Lernschwierigkeiten, und bei Erwachsenen kann die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sein, bis hin zur Arbeitsunfähigkeit.


Abgesehen von den einschneidenden Veränderungen im Leben der Patienten stellen allergische Erkrankungen eine extreme volkswirtschaftliche Belastung dar. So belaufen sich die jährlichen Gesamtkosten, die weltweit durch Heuschnupfen verursacht werden, auf rund 16,5 Milliarden Euro. Die jährlichen durch Asthma verursachten Kosten liegen allein in den USA bei rund 10,5 Milliarden Euro. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Doch die Bedeutung allergischer Erkrankungen wird immer noch unterschätzt.

Problembewusstsein schärfen
"Allergien sind die Epidemien des 21. Jahrhunderts, wir müssen das Problembewusstsein überall auf der Welt schärfen", sagte Professor Carlos E. Baena-Cagnani, Präsident der WAO, heute in München. Deshalb wurde der 8. Juli 2005 zum Welt-Allergie-Tag erklärt. Der Welt-Allergie-Tag bezieht sich auf das von der WHO und der WAO ins Leben gerufene Projekt "Prävention von Allergien und allergischem Asthma". Die Zielsetzung: Der Welt-Allergie-Tag soll dazu beitragen, auf breiter Basis das Problembewusstsein in punkto Allergien zu schärfen und fundierte Informationen darüber zu verbreiten, wie man allergischen Erkrankungen vorbeugen und ihren Verlauf abmildern kann. Das Informationsangebot richtet sich an Ärzte und Patienten, aber auch an Gesunde.

"Das Wohl der Patienten liegt uns sehr am Herzen," erklärte Professor Johannes Ring von der Technischen Universität München, Gastgeber des Welt-Allergie-Kongresses in den Münchener Messehallen. Gemeinsam mit Psychologen, Pädagogen und Vertretern von Patientenorganisationen arbeitet Professor Ring an einem Schulungsprogramm für Patienten. "Wir müssen die Allergie-Patienten dazu befähigen, Ihre Krankheit selbst besser in den Griff zu bekommen," so Professor Ring weiter. Je mehr der Patient über seine Krankheit wisse, umso größer seien seine Chancen, ohne große Beeinträchtigung der Lebensqualität leben und arbeiten zu können. "Wir sollten jeden Patienten zu seinem eigenen Arzt machen," erläuterte Professor Ring.

EAACI-Präsident Professor Wahn hofft, dass der Welt-Allergie-Tag dazu beiträgt, das öffentliche Bewusstsein für allergische Erkrankungen zu stärken. "Meine Vision ist, dass beim Welt-Allergie-Tag in zehn Jahren viele Fragen, die uns heute noch beschäftigen, beantwortet sind. Ich bin davon überzeugt, dass wir dann für viele Probleme im Bereich Allergien Lösungen haben und dass es uns dann gelungen ist, die Epidemie zu stoppen."
(Welt-Allergie-Kongress, 04.07.2005 - NPO)
 
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