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Donnerstag, 23.03.2017
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Parkinson: Erstmals zerstörte Nerven regeneriert

Experimenteller Wirkstoff lässt Nerven wieder wachsen

Zum ersten Mal konnten Mediziner mithilfe einer neuen experimentellen Behandlung Nervenzellen im Gehirn wiederherstellen, die durch die Parkinson-Krankheit im Gehirn zerstört worden waren. Bislang konnte der Verlauf der fortschreitenden Erkrankung bestenfalls verlangsamt, nicht aber rückgängig gemacht werden.
Rätsel Gehirn

Rätsel Gehirn

Im Rahmen einer Pilotstudie hatten Forscher der Universität von Bristol in England fünf Parkinson-Patienten einen experimentellen Wirkstoff mit der Bezeichnung GDNF mithilfe einer feinen Kanüle direkt in den zerstörten Teil des Gehirns injiziert. GDNF steht für „glial cell line-derived neurotrophic factor” und bezeichnet einen natürlichen Wachstumsfaktor, den Gehirnzellen benötigen, um den Botenstoff Dopamin herzustellen.

Innerhalb von fünf Monaten nach dieser Behandlung beobachteten die Patienten bereits deutliche Steigerungen in ihrer Bewegungsfähigkeit, die sich im Laufe von weiteren vier Jahren der Behandlung weiter verbesserte. Auch nach Absetzen des Wirkstoffs hielt diese Wirkung an. Nachdem einer der fünf Testpatienten, ein 62 jähriger Mann, an einem Herzanfall verstorben war, untersuchten die Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Seth Love sein Gehirn. Da der Wirkstoff GDNF dem Patienten nur in eine Seite des Gehirns appliziert worden war, konnten die Forscher die Auswirkungen der Behandlungen ermessen, indem sie beide Gehirnhälften miteinander verglichen.

Im Verlauf der Parkinson-Krankheit gehen Nervenzellen zugrunde, die den chemischen Botenstoff Dopamin enthalten und produzieren. Dieses Absterben von Neuronen in einer als Putamen bezeichneten Gehirnregion führt zu dem für die Krankheit typischen Zittern und zu Bewegungsstörungen.


Bei der Untersuchung des Gehirns des behandelten Patienten stellte Love fest, dass dopaminhaltige Nervenfasern zurück in das Putamen eingewachsen waren. „Das ist der erste neuropathologische Beweis dafür, dass die Infusion von GDNF bei Menschen die Dopaminfasern wachsen lässt und damit die Schwere der Parkinsonsymptome verringert“, erklärt der Forscher. Die Ergebnisse erneuern das Interesse an GDNF als einem potenziellen Therapiemittel für die degenerative Erkrankung. Erst kürzlich war der Wirkstoff aufgrund von Sicherheitsbedenken zurückgezogen worden.
(University of Bristol, 04.07.2005 - NPO)
 
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