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Sonntag, 26.03.2017
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Alkohol erhöht Krebsrisiko

Genetische Veranlagung erhöht krebsfördernde Wirkung noch

Alkoholiker haben ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken, dass hat eine neue Studie jetzt bestätigt. Verantwortlich dafür ist das Azetaldehyd, ein Abbauprodukt des Alkohols. Besonders gefährdet sind dabei die Träger eines bestimmten Gens, da dieses das Risiko noch erhöht.
Krebs-Tumorzelle

Krebs-Tumorzelle

Mehr als 6.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an Krebsarten des oberen Verdauungstraktes. Schon ein Liter Bier oder einige Gläser Wein täglich können das Risiko vervielfachen. Denn mit starkem Alkoholkonsum werden bösartige Tumoren, vor allem der Leber, Speiseröhre, Gaumen und Kehlkopf, seltener im Dickdarm sowie der Brust bei Frauen, in Zusammenhang gebracht. Allerdings sind nicht alle der starken Konsumenten betroffen. Denn ob sich Krebs entwickelt oder nicht wird entscheidend von genetischen Anlagen bestimmt.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter Federführung von Professor Dr. Helmut Seitz, Ärztlicher Direktor des Heidelberger Krankenhauses Salem, hat jetzt erstmals die Existenz eines genetischen Risikomarkers bestätigt, der die Entstehung von mit hohem Alkoholkonsum verbundenen Tumoren beeinflusst. Dabei handelt es sich um ein Gen, das für die Produktion von Azetaldehyd, einem krebserzeugenden Stoffwechselprodukt von Alkohol, verantwortlich ist, das so genannte Alkoholdehydrogenase 1C-Gen.

Konzentration von krebsauslösendem Azetaldehyd erhöht


"Alkohol selbst löst keinen Krebs aus", erklärt Professor Seitz.
"Vielmehr ist es sein Stoffwechselprodukt Azetaldehyd, welches meist gemeinsam mit anderen krebsauslösenden Faktoren wie Rauchen die Krebsentstehung vorantreibt." Die Alkoholdehydrogenase (ADH) wandelt Alkohol in diesen toxischen und krebserregenden Stoff um, dessen Konzentration bei starkem Alkoholkonsum auch im Speichel ansteigt.


Deswegen sind homozygote Träger des Gens ADH-1C1 einem besonders hohen Krebsrisiko ausgesetzt. Dies konnten Professor Seitz und seine Kollegen von den Universitäten Erlangen, Lübeck und Regensburg in einer großen Studie mit mehr als 800 Patienten feststellen. Verglichen wurden zwei Gruppen von alkoholkranken Patienten: Eine Gruppe litt an einem bösartigen Tumor der Leber, der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse oder des Dickdarms, die andere Gruppe hatte keine Krebserkrankung. Die erkrankten Patienten waren sehr viel häufiger homozygote Träger des Gens ADH-1C1. "Damit haben wir nachgewiesen, dass bei alkohol-bedingten Tumorerkrankungen die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle spielt," sagt Professor Seitz.

Auf jeden Fall raten die Ärzte zu einem moderaten Alkoholkonsum, denn schon ab 20 (Frauen) bzw. 40 Gramm (Männer) Alkohol pro Tag - dies entspricht rund einem Viertel Liter Wein oder zwei Gläsern Bier - versechsfacht sich für einen gesunden Menschen das Risiko, eine schwere Lebererkrankung zu entwickeln.
(Universitätsklinikum Heidelberg, 09.06.2005 - NPO)
 
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