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Samstag, 25.03.2017
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Mehr Acrylamid in Kartoffelchips

Werte deutlich höher als im Vorjahr

Kartoffelchips sind stärker mit Acrylamid belastet als je zuvor. Das ist das Ergebnis eines neuen Reihentests der Verbraucherorganisation foodwatch: Sechs von zehn getesteten Produkten wiesen dabei höhere Werte auf als im Jahr 2004. Am stärksten sind Markenchips von "Funny Frisch" belastet, sie enthalten dreimal mehr Acrylamid. Keines der untersuchten Produkte erreichte die niedrigsten Messwerte der Vorjahre.
Kartoffelchips

Kartoffelchips

Acrylamid steht im Verdacht, Krebs auszulösen und das Erbgut zu verändern. Die Substanz kann sich beim Backen, Braten und Frittieren bilden. Der von der Bundesregierung bestellte Sachverständigenrat für Umweltfragen warnt in seinem jüngsten Jahresgutachten (2004): "Das Krebsrisiko durch die tägliche Aufnahme von Acrylamid mit der Nahrung liegt außerhalb des tolerierbaren Bereichs." Der Sachverständigenrat geht davon aus, dass in Deutschland jährlich 10.000 Menschen durch den Verzehr von Acrylamid an Krebs erkranken.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte die tägliche Belastung mit Acrylamid ein Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten. Für eine 60 Kilogramm schwere Person hieße das bezogen auf die foodwatch-Testergebnisse: Gerade mal zwei Hände voll (57,2 Gramm) Chips dürfte sie von "Funny Frisch Chipsfrisch ungarisch" essen.

foodwatch kritisiert die so genannte Minimierungsstrategie der Bundesregierung. Der darin vorgegebene "Signalwert" mit 1.000 Mikrogramm je Kilo Kartoffelchips sei seit 2002 unverändert und viel zu hoch. "Statt ihre Produktionsweise maximal zu verbessern, verstecken sich die Hersteller hinter dem hohen Signalwert", stellt Barbara Hohl fest. foodwatch-Tests der Vorjahre hatten gezeigt, dass ein Kilo Kartoffelchips nicht mehr als 100 Mikrogramm Acrylamid enthalten muss. Diesen Wert erreichte in den aktuellen Tests kein einziges Produkt mehr.

Die Verbraucherorganisation forderte eine produktbezogene Kennzeichnung und schlug dazu ein Modell vor: Auf einer genormten Vergleichsskala von dunkelrot (hohe Belastung) bis grün (niedrige Belastung) könne das Produkt je nach Acrylamid-Messwert eingeordnet werden. Diese Kennzeichnung würde in Form eines Aufklebers auf der Verpackung des Lebensmittels angebracht werden. Jeder Verbraucher könne dann selbst entscheiden und, wenn er wolle, unnötige Acrylamid-Belastungen vermeiden. Zugleich steige damit der marktwirtschaftliche Druck auf die Hersteller, ihre Produkte zu verbessern.
(foodwatch, 07.06.2005 - NPO)
 
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