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Dienstag, 17.10.2017
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Geothermieprojekt in "heißer Phase"

Offizieller Start der Produktionsbohrung

Mit dem offiziellen Beginn der Produktionsbohrung ist am Freitag das vom Bundesumweltministerium mit insgesamt fünf Millionen Euro geförderte Geothermie-Projekt im bayerischen Unterhaching in eine entscheidende Phase getreten.
"In Unterhaching wollen wir modellhaft zeigen, welchen Beitrag die Nutzung der Erdwärme zur umweltgerechten Energiegewinnung leisten kann", sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Freitag bei einer Feierstunde am Bohrplatz.

Geysire als Zeugen der Erdwärme

Geysire als Zeugen der Erdwärme

Schon im April soll der Bohrer den geologischen Prognosen zufolge in über 3.000 Metern Tiefe auf eine wasserführende Schicht stoßen. Das zwischen 100 und 120 Grad heiße Thermalwasser kann dann an die Oberfläche gepumpt werden. Spätestens ab 2006 soll es Energie zur Stromerzeugung und Fernwärme liefern. Erstmalig in Deutschland soll in Unterhaching eine neuartige, effizientere Technologie zum Einsatz kommen. Die sogenannte Kalinatechnologie ermöglicht eine höhere Energieausbeute gegenüber den bisher üblichen Verfahren auch bei relativ niedrigen Temperaturen im Erdinnern.

Als eine der erneuerbaren Energien, deren Anteil an der Stromerzeugung die Bundesregierung bis 2020 auf 20 Prozent steigern will, trägt Erdwärme zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz bei. Bundesumweltminister Trittin machte in Bayern außerdem auf die wirtschaftliche Perspektive aufmerksam: "Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien schafft Arbeitsplätze - sowohl in den Industrieländern als auch in den Entwicklungsländern, wo der Energiebedarf ständig zunimmt." Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat die Bundesregierung die Vergütungssätze für Strom aus Geothermie weiter verbessert. Für Strom aus dem Projekt Unterhaching werden demnach 15 Cent je Kilowattstunde vergütet.


Beim Vorhaben in Unterhaching wurde ein weiterer Durchbruch erreicht: Die erste privatwirtschaftliche Fündigkeitsversicherung. Bisher war das Risiko, bei den kostenaufwändigen Tiefbohrungen für geothermische Energieerzeugung nicht den erwünschten Erfolg zu erzielen, das größte Hindernis für die Finanzierung. In diesem Falle ist es durch den Abschluss einer entsprechenden Versicherung auf privatwirtschaftlicher Basis europaweit das erste Mal gelungen, eine faire Risikoverteilung zwischen allen Beteiligten zu erreichen.
(BMU, 09.02.2004 - NPO)
 
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