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Freitag, 10.02.2012
Golfstrom wird vermessen
Deutsch-britische Messkampagnen untersucht thermohaline Zirkulation im Nordatlantik
Der Golfstrom ist nicht nur die „Fernheizung Europas“, er spielt auch eine wichtige Rolle für das globale Klima. Mithilfe von verankterten Messbojen soll jetzt die thermohaline Zirkulation im Nordatlantik noch genauer veremssen werden.

Klima und Meer
Klima und Meer
© IMSI MasterClips
Professor Jochem Marotzke, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck- Instituts für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg, ist gerade von einer Messkampagne auf dem britischen Forschungsschiff „Charles Darwin" zurückgekehrt, die der Untersuchung der thermohalinen Zirkulation im Nordatlantik galt.

In dem Forschungsprojekt wird anhand von verschiedenen ausgebrachten Verankerungen die so genannte meridionale nordatlantische Zirkulation untersucht. Sie umfasst sowohl die nordwärts gerichtete warme Strömung als auch das in die Tiefe absinkende südwärts strömende Wasser. Dieses gekoppelte Strömungssystem ist unter anderem für das milde Klima in Nordwesteuropa verantwortlich und gilt daher als die „Fernheizung Europas“.

Plötzliche Änderungen in der atlantischen Zirkulation könnten zu Abkühlungen in unseren Breiten um drei bis fünf Grad führen. Dies haben Szenarienrechnungen einiger Klimamodelle sowie paleoklimatische Daten gezeigt. Das Projekt RAPID MOC will daher in erster Linie ein Prototyp- System entwickeln, mit dem man die Stärke und Struktur der MOC (Meridional Overturning Circulation) beobachten und auf zukünftige Entwicklungen schließen kann.

Dazu wurden im April 2004 19 verankterte Messbojen entlang von 26.5°Nord quer durch den Atlantik ausgebracht, um die Gesamtzirkulation zwischen den Bahamas und der afrikanischen Küste zu vermessen. An diesen Verankerungen können von der Wasseroberfläche bis zum Boden Dichteprofile gemessen werden. Bis 2008 werden die Verankerungen jährlich aufgenommen und wieder ausgebracht.

Das Projekt ist ein Gemeinschaftprojekt, an dem das National Oceanography Centre Southampton, die Universität Miami, das Atlantic Oceanographic and Meteorological Laboratory, das Spanish Institute of Oceanography und das Max-Planck-Institut für Meteorologie teilnehmen. Mit ersten Ergebnissen wird Ende 2005 gerechnet.

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