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Mittwoch, 18.10.2017
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Erdbebenanalyse in Minuten

Aus 9.000 Kilometer Entfernung Erdbeben vermessen

Bei einem starken Erdbeben geht es um Sekunden. Doch für die Forschung zählt nicht nur das Registrieren der Erdstöße, sie müssen auch genaue Details über die Verschiebungen und Brüche in der Erdkruste wissen, um beispielsweise Nachbeben einschätzen zu können. Jetzt haben Erdbebenforscher eine neue, schnelle Methode dafür entwickelt.
Erdbebenwellen des Südasienbebens

Erdbebenwellen des Südasienbebens

Der durch ein Erdbeben im Indischen Ozean ausgelöste Tsunami im Dezember 2004 richtete furchtbare Verwüstungen an und kostete Hunderttausende Todesopfer. Das Beben wurde nur rund zwölf Minuten später von den Messstationen des etwa 9.000 Kilometer entfernten German Regional Seismic Network (GRSN) registriert.

Geowissenschaftler der Universität Potsdam haben nun eine Methode entwickelt, um aus solchen Daten trotz der großen Entfernung innerhalb nur weniger Minuten die räumliche und zeitliche Ausbreitung des Bruchvorgangs zu vermessen. In der online- Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" vom 22. Mai 2005 stellen sie ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit vor.

Für das Sumatra Beben konnten sie zeigen, dass sich der gesamte Bruchvorgang über eine Länge von 1.150 Kilometern erstreckte und insgesamt 480 Sekunden dauerte. Die Wissenschaftler konnten für dieses Erdbeben erstmals auch den Verlauf der Bruchfront direkt bestimmen.


Ihre Methode, eine Modifikation der üblichen Arrayseismologie, ist ideal zur direkten Beobachtung sehr großer Erdbeben mit komplexen Seismogrammen geeignet. Ihre große Stärke im Vergleich zu Standardmethoden liegt aber auch in der Schnelligkeit. Die Geowissenschaftler der Universität Potsdam können bereits nach rund einer halben Stunde Ergebnisse liefern.

"Da die Technik simpel und online-fähig ist, ermöglicht sie im Fall schwerer Beben eine verlässliche Diagnose aus der Ferne nach etwa 25 bis 30 Minuten und kann so auch zur weltweiten Tsunamiüberwachung beitragen", fasst Dr. Frank Krüger, der die Arbeiten gemeinsam mit Dr. Matthias Ohrnberger durchgeführt hat, zusammen.
(Universität Potsdam, 25.05.2005 - NPO)
 
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