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Freitag, 10.02.2012
Startschuss für Tsunami-Frühwarnsystem
Erste Bojen werden im Oktober 2005 vor Indonesien ausgesetzt
Noch in diesem Jahr wird mit dem Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems im pazifischen Ozean begonnen. Dies teilte gestern das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit. Zuvor hatte das Bundeskabinett endgültig grünes Licht für das Projekt gegeben.

Tsunami
Tsunami
© NOAA
Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn kündigte an, dass das Forschungsschiff "SONNE" schon im Oktober 2005 die ersten GPS-gestützten deutschen Mess-Bojen sowie Ozeanbodendrucksensoren vor Indonesien aussetzen werde. "Deutschland ist mit seinen wissenschaftlich-technischen Kapazitäten führender Partner beim Aufbau dieses internationalen Frühwarnsystems", so Bulmahn.

Neben Indonesien hätten bereits Indien und andere Länder am Indischen Ozean ihr Interesse an einer Kooperation mit Deutschland bekundet. "Das schnelle Handeln Deutschlands bringt den Menschen vor Ort viel Zuversicht und Hoffnung", sagte Bulmahn. Noch nicht einmal ein Jahr nach dem verheerenden Tsunami vom 26. Dezember beginne der Aufbau des Frühwarnsystems.

Bulmahn hob hervor, dass zusätzlich zum Aussetzen der Bojen und seismischen Geräte ein umfassendes projektbezogenes "Capacity-Buildung" geplant sei. "Unter Beteiligung von Wissenschaft, Industrie und Organisationen werden parallel Schulungen für die Verantwortlichen von der Anwendung und Nutzung der Technologie bis hin zur Meldung am Strand durchgeführt. Die Bewohner der gefährdeten Regionen werden in Präventionsmaßnahmen mit einbezogen", so die Bundesforschungsministerin weiter.

Das Frühwarnsystem habe in seiner letzten Ausbaustufe einen Gesamtwert von 45 Millionen Euro. Deutschland werde der Republik Indonesien diese innovative Technologie im Rahmen der Tsunami-Hilfe zur Verfügung stellen, betonte Bulmahn.

Der Vorteil des deutschen Konzeptes sei, so Bulmahn, dass es Daten in Echtzeit liefere und damit schnellstmögliche Vorwarnzeiten sichere. Neben Tsunamis sollen auch andere Naturkatastrophen wie etwa Vulkanausbrüche oder Unwetter im Rahmen eines Early-Warning-Systems frühzeitig erkannt werden.

Bereits im Januar hatten Forscher unter Federführung des GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) stellvertretend für die deutschen Geowissenschaften für Ministerin Bulmahn ein Konzept ausgearbeitet, das bei der "Desaster Reduction"-Konferenz der Vereinten Nationen im japanischen Kobe internationale Beachtung bekam. "Wir müssen weg von der Reaktion auf Naturkatastrophen und hin zur Prävention", sagte Bulmahn.
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