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Freitag, 20.01.2017
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System Erde im Visier

Netzwerk gegen Naturkatastrophen

Tsunamis, Erdbeben, Hochwasser und Vulkanausbrüche – die Menschheit ist den Naturgewalten immer wieder hilflos ausgeliefert. Das “Integrated Earth Observing System” (EOS), ein Forschungsverbundvorhaben der Helmholtz-Gesellschaft, soll nun Abhilfe schaffen. Über 100 Wissenschaftler aller Fachrichtungen arbeiten derzeit über ihre Projektgrenzen hinweg und erforschen gemeinsam das komplexe System Erde. Durch die Vernetzung ihrer Ergebnisse erhoffen sich die Wissenschaftler einen Quantensprung in der Katastrophenprävention.
System Erde

System Erde

Geowissenschaftler, Meeresforscher und Experten der Satellitenüberwachung ziehen bei EOS gemeinsam an einem Strang. Sie messen Erdbewegungen, simulieren die Ausbreitung von Flutwellen, werten Fernerkundungsdaten aus oder entwickeln Katastrophenpläne. „Im Integrierten Erdbeobachtungssystem Helmholtz-EOS werden Fernerkundungsmethoden mit Satelliten, seismische Messverfahren und Untersuchungen der Meeresoberfläche wirkungsvoll verknüpft", erklärt Prof. Dr. Walter Kröll, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Auf dieser Grundlage können nicht nur globale Prognosen zum Klimawandel sondern auch regionale Katastrophenpläne entwickelt werden. So simpel diese Idee der vernetzten Forschungsergebnisse klingt, so schwierig war bislang die praktische Umsetzung. Sie scheiterte häufig an der notwendigen Koordination.

Alle für Einen und Einer für Alle


Über 100 Wissenschaftler aller Fachrichtungen arbeiten derzeit über ihre Projektgrenzen hinweg und vernetzen ihre Forschungsergebnisse im Integrierten Erdbeobachtungssystem. In den drei Schwerpunktbereichen „Eis und Ozean“, „Prozesse der Landoberfläche“ und „Katastrophenmanagement“ soll ein möglichst realistisches und zeitnahes Bild der Erde erstellt werden. Wichtiges Ziel der Arbeiten ist vor allem die Erstellung von Risikokarten gefährdeter Gebiete, um beispielsweise Siedlungen in erdbebengefährdeten Regionen besser auf den Ernstfall vorbereiten zu können. So könnte in Zukunft nicht nur die Frühwarnzeit für Tsunamis verbessert werden, sondern auch so manche Flutwelle regelrecht ins Leere laufen.

Tsunami

Tsunami

Das geplante Tsunami-Frühwarnsystem, das mit Unterstützung des BMBF für Indonesien entwickelt wird, ist sicherlich das derzeit prominenteste Teilprojekt von EOS. Aber mit der Bündelung von Forschungsergebnissen soll EOS in Zukunft nicht nur besseren Schutz vor Flutwellen, sondern auch vor Vulkanausbrüchen und Erdbeben bieten. Selbst langfristige Umweltprobleme wie die Auswirkungen des Klimawandels auf Meere und Klima stehen im Fokus der Wissenschaftler. Computermodelle sollen schnell und realitätsnah die Folgen von Naturkatastrophen berechnen – Grundlage sowohl für Frühwarnsysteme als auch für vorbeugende Maßnahmen.


Bereits heute ist das “Integrated Earth Observing System” (EOS) aber nicht mehr nur Zukunftsmusik, denn schon länger gibt es erste handfeste Ergebnisse. So wäre beispielsweise manch humanitäre Hilfe in Katastrophengebieten ohne die hochaufgelösten Satellitenkarten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nicht möglich gewesen – sei es bei Überflutungen in Bangladesch, bei Waldbränden in Portugal oder bei Erdbeben im Iran. Auch beim katastrophalen Sumatra-Erdbeben im Dezember 2004 waren die seismischen Daten des Geoforschungszentrums Potsdams (GFZ) ein wichtiger Bestandteil des internationalen Krisenmanagements.

Hochwasser als Auslöser


Seine Geburtsstunde hatte EOS bereits direkt nach dem Elbehochwasser 2002 in Deutschland. Damals rückte wieder einmal auf dramatische Weise die Bedrohung durch Naturgewalten ins Bewusstsein der Menschen. Die Rufe nach einem funktionierenden Frühwarnsystem und einer Verbesserung des Katastrophenmanagements nahm die Helmholtz-Gesellschaft zum Anlass, ihre großen Forschungseinrichtungen auf ein gemeinsames Projekt anzusetzen. So sind an diesem großen Forschungsverbund das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) und das GKSS-Forschungszentrum Geesthacht beteiligt.
(Helmholtz-EOS, 06.05.2005 - AHE)
 
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