• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Donnerstag, 19.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Neue Hoffnung für Krebspatienten

Blocker verhindert Tumorausbreitung

Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben einen Enzymhemmer entwickelt, der die Ausbreitung von Leberkrebs deutlich verringert. Im Tierversuch ging das Tumorwachstum um über 70 Prozent zurück und die Tiere lebten deutlich länger.
Krebszellen

Krebszellen

Bislang konnten die Wissenschaftler den Erfolg nur bei Mäusen nachweisen, doch die Forscher hoffen, dass sich die Erfolge in Zukunft auch auf den Menschen übertragen lassen. Die Wissenschaftler um den Biologen Dr. Achim Krüger berichten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cancer Research.

Krebszellen brauchen Enzyme


Ausgangspunkt der Forscher ist das Wissen um eine Gruppe von Enzymen, so genannter Matrix Metallproteinasen (MMP), die eine Schlüsselrolle bei der Ausbreitung eines Tumors spielen. Diese Zink-haltigen Enzyme sind beteiligt am Ab- und Umbau der Substanz, die sich zwischen den Zellen befindet, der so genannten extrazellulären Matrix.

Eine bestimmte Form der MMPs, die Gelatinasen, fördern beispielsweise das Tumorwachstum, indem sie die Blutversorgung des sich ausbreitenden Krebses unterstützen. Dieser Prozess ist Voraussetzung dafür, dass Tumorzellen in Organe einwandern, die vom ursprünglichen Tumorknoten entfernt liegen. Die Verbreitung von Tumorzellen im Körper - die gefürchtete Metastasierung - ist der Hauptgrund, warum viele Krebsarten noch nicht therapiert werden können. Ziel einer auf die Enzyme gerichteten Krebstherapie, ist es, die Ausbreitung des Tumors zu verhindern und so den immer weiter fortschreitenden Verlauf der Erkrankung zu stoppen.


Ein neuer Ansatz in der Tumortherapie: Enzymblocker


Vor diesem Hintergrund entwickelten Wissenschaftler vor einigen Jahre MMP-Blocker, die an die Enzyme andocken und deren Aktivität drosseln sollten. Allerdings waren die ersten klinischen Prüfungen mit Krebspatienten enttäuschend. Die erwartete Hemmung der Tumorausbreitung blieb aus.

"Ein Problem der MMP-Blocker", beschreibt Krüger, "war ihre fehlende Selektivität." Die MMP-Blocker der ersten Generation hemmten relativ wahllos die Aktivität vieler Zink-haltiger Enzyme. Dr. Krüger konnte in einem Experiment im Mausmodell zeigen, dass es dadurch sogar zu einer Verstärkung der Metastasenbildung kommen konnte. Als Ausweg aus dieser Situation schufen Krüger und sein Team einen MMP-Blocker, der sich ganz gezielt nur an wichtige MMPs anlagert und diese hemmt. Ergebnis ist der hochselektive Gelatinasehemmer SB-3CT, der an die reaktionsfreudige Stelle des Enzyms andockt und dort chemische Veränderungen bewirkt - die Gelatinase ist Schachmatt gesetzt.

SB-3CT - ein Erfolg versprechender Kandidat


Je höher die Dosis an SB-3CT umso größer war der Erfolg im Kampf gegen den Krebs. Während die unbehandelten Tiere zu 100 Prozent innerhalb kürzester Zeit an Tumormetastasen verstarben, lebte die Hälfte der mit SB-3CT behandelten Tiere deutlich länger.

Um sich ihrer Ergebnisse sicher zu sein, wiederholten die Wissenschaftler ihr Experiment drei Mal: das Resultat war immer das gleiche. "Wir gehen davon aus, dass die Metastasen hemmende Wirkung unmittelbar mit der Hemmung des Enzyms MMP9 zusammenhängt", berichtet Krüger. "Das ist eine wichtige Botschaft für die gesamte Krebsforschung, weil MMP9 bei vielen Krebsarten eine wichtige Rolle spielt."
(idw - Technische Universität München, 03.05.2005 - DLO)
 
Printer IconShare Icon