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Sonntag, 28.05.2017
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Konzert der Nerven entschlüsseln

Entwicklung einer neuen Markierungstechnik für Nervenzellen gestartet

Ein Wissenschaftler-Team aus Braunschweig und Göttingen hat Antikörper entwickelt, die gezielt lebende Nervenzellen markieren. Damit könnten in Zukunft Ursachen neurologischer Krankheiten wie Parkinson besser identifiziert und erforscht werden.
Nervenzelle

Nervenzelle

Nervenzellen kommunizieren miteinander durch Freisetzung von Substanzen, der so genannten Neurotransmitter. Diese Neurotransmitter werden im Nervenende hergestellt und dort durch Transport-Proteine in kleine Bläschen gepumpt. Beim Eintreffen eines elektrischen Signals werden die Transmitter in den synaptischen Spalt ausgeschüttet, der zwei Nervenzellen miteinander verbindet. Dort lösen sie wiederum verschiedene chemische und elektrische Reaktionen aus. Jede Nervenzelle besitzt nur ein bestimmtes Transporter-Protein, das wiederum nur einen bestimmten Neurotransmitter transportieren kann. Kennt man also den Transporter, ist auch der Neurotransmittertypus der Nervenzelle identifiziert.

Gegen die Transport-Proteine, die nach der Ausschüttung des Transmitters im Nervenende verbleiben, sollen nun spezifische Antikörper entwickelt werden. Diese Antikörper, die an einen Fluoreszenzfarbstoff gekoppelt sind, sollen an das Transport-Molekül andocken und so ebenfalls in die Bläschen im Nervenende aufgenommen werden. Nervenzellen mit Antikörper leuchten dann in der Zellkultur auf. Fünf verschiedene Nervenzellen-Typen sollen durch die neue Markierung unterscheidbar sein. Bei den bisherigen Identifizierungsmethoden für die verschiedenen Nervenzellen-Typen mussten die Zellen immer fixiert werden. Die neue Farbstoffmarkierung wirkt jedoch auch bei intakten Zellen.

In diesem zweijährigen Verbundprojekt werden die Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) die Antikörper herstellen, die Abteilung Neurobiologie vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen steuert das neurobiologische Know-how bei. Die Göttinger Firma Synaptic Systems übernimmt die abschließenden Testverfahren, die Produktveredelung und Vermarktung auf bereits etablierten Vertriebswegen.


"Mit Hilfe der neuen Antikörper könnten Medikamente gezielt an Nervenzellen getestet werden, deren Neurotransmitter-Typus bekannt ist. Dies vereinfacht die Auswertung der Ergebnisse und kann so die Entwicklung von neuen Medikamenten erheblich beschleunigen", erklärt Dr. Henrik Martens, Projektleiter der Synaptic Systems GmbH. Vorstellbar sei auch, dass durch die neuen markierten Antikörper die Ursachen von Parkinson und andere Krankheiten des Nervensystems leichter entschlüsselt werden können.
(BioRegioN - Biotechnologie Niedersachsen, 05.02.2004 - NPO)
 
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