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Samstag, 19.08.2017
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Kunststoffindustrie kann drei Millionen Tonnen CO2 vermeiden

Europäisches Verbundprojekt "RECIPE" gestartet

Die Kunststoffindustrie gehört nicht gerade zu den umweltfreundlichsten Branchen. Doch durch gezielte Einsparungen könnte sie immerhin bis zu drei Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen jährlich vermeiden. Das haben erste Einschätzungen einer neuen Initiative ergeben.
Treibhausgasemissionen

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RECIPE steht für "Reduced Energy Consumption in Plastics Engineering". Zusammen mit mehreren Partnern aus sechs EU-Ländern startet das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT eine Initiative zur Aufdeckung von Einsparmöglichkeiten bei der Entwicklung, Herstellung und Weiterverarbeitung von Kunststoff-Produkten. Hauptaufgabe ist es, die bestehenden Praktiken in der Kunststoffverarbeitung europaweit zu erfassen, zu vergleichen und besonders gelungene Lösungen als Leitbild für die anderen Firmen zu publizieren. Das Vorhaben wird von der EU Kommission gefördert und ist ein Teil des EU-Programms:"Intelligent Energy for Europe".

Thomas Reichert, RECIPE-Projektleiter im Fraunhofer ICT, schätzt die Wirkungen des Projektes langfristig als sehr erheblich ein: "Die europäische kunststoffverarbeitende Industrie wird am Ende des Vorhabens mit dem besten und aktuellsten verfügbaren Wissen zur Energieeinsparung in der Kunststoffverarbeitung versorgt. Wir werden mit den zu erwartenden Ergebnissen sicher einen enormen Beitrag zur Reduzierung des Energieverbrauches und damit der Energiekosten in diesem wichtige Industriezweig leisten."

Einsparmöglichkeiten vorhanden


Erste ungefähre RECIPE-Abschätzungen zeigen ein großes Einsparpotential in der europäischen kunststoffverarbeitenden Industrie. Die Senkung des Energieverbrauchs um nur zehn Prozent stellt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar, denn dadurch können jährlich drei Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.


Nicht nur die Verarbeiter von Standardkunststoffen sondern auch die anspruchsvollen 'Engineering'-Plasics-Verarbeiter, unterliegen einem enormen Preisdruck. Die Einsparung von Energiekosten ist deshalb nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze in der Produktion am Standort Europa.

Umfragen und Analysen als Grundlage


Um die Ziele zu erreichen, wird im RECIPE-Projekt der Stand der Technik in der europäischen kunststoffverarbeitenden Industrie in einer europaweiten Befragung erfasst. 27.000 Kunststoff-Unternehmen in Europa sind Ziel der Aktion, entsprechend viele Fragebögen werden verschickt. Nachfassaktionen sollen sicherstellen, dass eine ausreichende Rücklaufquote erreicht wird.

Nach der Auswertung der Befragung und der Erfassung der beispielgebenden Energieeinsparlösungen wird eine Anleitung für Energiemanager in der Kunststoffverarbeitung erarbeitet, in der beispielsweise ein Modell zur Berechnung der kompletten Betriebskosten einer Anlage enthalten sein wird.

Damit verbunden ist das Ziel, ein Umdenken im Kostenmanagement in der Kunststoffverarbeitung herbeizuführen. Energiekosten sollten nicht mehr pauschal als feste Overhead-Kosten kalkuliert, sondern müssen als variable, dem Prozess zugeordnete Verbrauchskosten betrachtet werden. Allein dadurch schärft sich das Bewusstsein für den Energieverbrauch.
(Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie, 26.04.2005 - NPO)
 
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