• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 28.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Antarktis: Gletscher schwinden schneller

Antarktische Halbinsel reagiert besonders empfindlich auf Klimawandel

Die Gletscher der antarktischen Halbinsel schrumpfen immer schneller. Dies hat die bisher umfangreichste Studie der Eisbedeckung dieser Region jetzt ergeben. Wissenschaftler vom British Antarctic Survey (BAS) und dem U.S. Geological Survey (USGS) haben ermittelt, dass während der letzten 50 Jahre bei 87 Prozent von 244 untersuchten Gletschern die Ausdehnung abnahm und sich gleichzeitig die Geschwindigkeit dieses Gletscherrückzugs erhöhte.
Antarktis

Antarktis

Die Forscher haben in ihrer Studie über 2.000 Luftaufnahmen, zurückgehend bis ins Jahr 1940, und über 100 Satellitenfotos von 1960 an ausgewertet. Daraus haben sie die genaue Position der Gletscherfront entlang der antarktischen Halbinsel errechnet. Diese historischen Daten zeigen ein bisher unbekanntes Muster der Veränderungen.

„Vor 50 Jahren sind noch 62 Prozent der von uns untersuchten ins Meer fließenden Gletscher langsam angewachsen. Aber seitdem hat sich dieses Verhalten ins Gegenteil gewendet“, erklärt Alison Cook vom BAS. „Besonders in den letzten fünf Jahren sind die meisten rapide geschrumpft. Das Abschmelzen begann an der nördlichen, wärmeren Spitze der antarktischen Halbinsel und hat sich dann weiter nach Süden ausgebreitet, als die Temperaturen stiegen. In den letzten 50 Jahren haben wir in dieser Region einen dramatischen lokalen Anstieg um etwa zwei Grad Celsius gemessen – allerdings ist das nicht der einzige Faktor, der diese Veränderungen bewirkt hat. Es ist ein komplexes Gefüge.“

„Während der letzten fünf Jahre schrumpften die Gletscher, die wir untersucht haben, um durchschnittlich 50 Meter pro Jahr“, fährt Cook fort. „Schneller als zu jedem anderen Zeitpunkt in den letzten 50 Jahren. 32 Gletscher folgen jedoch nicht diesem Trend und wachsen in geringem Maße an. Hätten wir nicht so eine große Anzahl von Gletschern untersucht, wäre uns das Gesamtmuster gar nicht aufgefallen. Es ist der Wandel vom Wachstum zum Abschmelzen, der uns vermuten lässt, dass die Ursache in der Erwärmung zu suchen ist. Die Gletscher zeigen eine erheblich komplexere Reaktion als die benachbarten Eisschelfs“.


„Das Muster der Gletscherschmelze in Zusammenhang mit dem dramatischen Zerfall des Schelfeises lassen keinen Zweifel daran, dass die Eisdecke der antarktischen Halbinsel extrem empfindlich gegenüber der in jüngster Zeit beobachteten Erwärmung reagiert“, fügt David Vaughan vom BAS hinzu. „Was wir noch herausfinden müssen ist, ob der Temperaturanstieg durch die menschlich bedingte globale Erwärmung verursacht wurde oder nicht. Das stetige Abschmelzen der Gletscher in diesem Gebiet ist auf jeden Fall von großer Bedeutung, weil dadurch mehr Eis aus dem Landesinneren abfließen kann, und damit zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen könnte. Im Moment mögen die Auswirkungen im globalen Maßstab noch gering sein, aber diese Studie bringt uns einen Schritt weiter darin, die Ursachen zu verstehen und die Zukunft zu prognostizieren.“
(British Antarctic Survey, 22.04.2005 - PJÖ)
 
Printer IconShare Icon