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Donnerstag, 23.03.2017
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Krebs: Eiweiss stoppt Zellvermehrung

Körpereigenes MKRN1 eliminiert Telomerase in Tumoren

Forscher der Universität Florida haben ein körpereigenes Protein entdeckt, das in der Lage ist, die unkontrollierte Teilung von Tumorzellen zu stoppen. Das Eiweiss MKRN1 fördert die Zerstörung des Enzyms Telomerase, das die schnelle Vervielfältigung von Zellen ermöglicht. Es ist zwar schon lange bekannt, dass gesunde Zellen die Telomerase unterdrücken, die Mediziner wussten aber nicht warum.
Krebszellen

Krebszellen

Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie den Einfluss, den Telomere auf die Lebensspanne von Zellen haben. Als Telomere werden die Enden der Chromosomen bezeichnet. Sie enthalten keine codierenden Sequenzen, sondern bestehen aus Folgen kurzer sich wiederholender DNA-Sequenzen, die dem Schutz der Zelle dienen. Mit jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere bis sie schließlich so kurz sind, dass die Zelle sich nicht mehr weiterteilt und vom Körper abgestoßen wird. Da dies bei Keimzellen fatal wäre, sorgt dort das Enzym Telomerase dafür, dass die Telomere wieder verlängert werden.

Verkürzen sich die Telomere nicht, teilt sich die Zelle ungehindert weiter. Der Körper verfügt über andere Mechanismen, die eine ungewollte Vermehrung unterbinden solange keine Telomerase vorhanden ist. „In Laborversuchen hat MKRN1 die Telomerase in den Tumorzellen eliminiert“, sagt Mark Muller, der das Forschungsprojekt leitet. „Das Gen für MKRN1 ist unglaublich alt und möglicherweise schon seit Anbeginn der Zeit Bestandteil des menschlichen Genoms“, fügt er hinzu.

„Das Gen ist bei verschiedenen Arten gefunden worden. Da Mutationen letal sind, können die Zellen nicht ohne diese Gene existieren“, unterstreicht Muller die gravierende Rolle von MKRN1 bei der Wachstumskontrolle von Krebszellen.


Wie die Forscher im Fachjournal Genes & Development berichten, beobachteten sie zudem, dass die Wirkung von MKRN1 in Kombination mit Geldanamycin noch gesteigert werden kann. Klinische Versuche haben gezeigt, dass dieses Antibiotikum die Bildung von Tumoren verhindert, indem es an Schutzproteine bindet.
(Universität Florida, 21.04.2005 - PJÖ)
 
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