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Dienstag, 30.05.2017
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GIS hilft Ottern

Vernetzung von Lebensräumen in Europa

Er ist wieder da: der Fischotter. In den letzten Jahren hat er ehemals verlassene Lebensräume zurückerobert, zum Beispiel im östlichen Niedersachsen. Experten gehen davon aus, dass er auch außerhalb von Schutzgebieten überleben könnte - vorausgesetzt, dass Gewässer- und Feuchtgebiete ausreichend miteinander vernetzt sind. Dazu tragen jetzt auch geographische Informationssysteme (GIS) bei.
Fischotter

Fischotter

Die Aktion Fischotterschutz e.V. im niedersächsischen Hankensbüttel hat mithilfe eines selbst entwickelten Modells eines geographischen Informationssystems (GIS) eine Grundlage für die Verbindung solcher so genannten Ausbreitungskorridore mit dem benachbarten Ausland erarbeitet - das "Otter-Habitat-Netzwerk Europa" (OHNE).

Das OHNE-Projekt informiert über die aktuelle Verbreitung des Otters in Deutschland und seinen Nachbarländern. Die Experten werteten aus, wo die besten Voraussetzungen für die Entwicklung von Verbindungskorridoren bestehen. Dabei bezogen sie die Verfügbarkeit von Gewässern und Feuchtgebieten ebenso ein wie alle Komponenten, die die Wanderschaft der Otter behindern könnten - von Straßenverkehr und Einwohnerdichte über Landwirtschaft bis zum Nahrungsangebot.

Insgesamt wurden 34.000 so genannte Gitternetzquadrate mit einer Größe von je zehn Quadratkilometern bewertet, davon in Deutschland über 3.600. "In Europa gibt es mehrere Gebiete, die für die Entwicklung von Verbindungsräumen für den Otter von größter Bedeutung sind", beschreibt Mark Ehlers, Aktion Fischotterschutz e.V., das Ergebnis. Ein gutes Ergebnis? "Das ist regional sehr unterschiedlich", sagt Ehlers. Allein in Deutschland schätzen die Experten fast 38 Prozent der bewerteten Fläche als kritisch für den Otter ein. Das gilt vorwiegend für die bevölkerungsreiche Mitte und den Süden der Republik, wo das Konfliktpotential am größten ist. Bessere Chancen gibt es in Norddeutschland.

Um gute "Wanderwege" für den Otter zu finden, haben die Otterexperten die jeweils kürzeste und ungefährlichste Verbindung zwischen zwei Lebensräumen berechnet und dort Gewässer ermittelt, die als Korridore dienen könnten. "Wir haben die Ergebnisse europaweit auf zahlreichen Fachveranstaltungen vorgestellt und den zuständigen Behörden übergeben", sagt Ehlers. In der Metropolregion Hamburg wird nun ein erstes Modellprojekt zur Etablierung von Verbindungskorridoren durchgeführt. Die Fischotterschützer hoffen, mittel- und langfristig ein europaweites Lebensraum-Netz knüpfen zu können.
(Deutsche Bundesstiftung Umwelt, 30.03.2005 - NPO)
 
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