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Freitag, 24.03.2017
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„Aufgepumpte“ Schwimmblase hält Fische in der Tiefe

Forscher entschlüsseln, wie das Organ mit Sauerstoff gefüllt wird

Mithilfe einer Schwimmblase können Fische bewegungslos in unterschiedlichen Tiefen treiben. Wissenschaftler der Universität Liverpool haben jetzt aufgedeckt, wie Fische ihre Schwimmblase auch in größeren Tiefen unter hohem Außendruck mit Gas gefüllt halten können.
Fischschwarm

Fischschwarm

Wie die Forscher ermittelten, handelt es sich um ein kompliziertes System von Arterien, Venen und speziellen Blutproteinen, die in der Lage sind, Sauerstoff auch in hohen Konzentrationen freizusetzen. Dadurch wird dieser vom Blut in die Schwimmblase „getrieben“. Die Fische können deshalb in unterschiedlichen Meerestiefen bleiben, ohne zum Füllen des Organs an die Oberfläche kommen zu müssen. Ein ähnliches System nutzen Fische, um die Netzhaut mit Sauerstoff zu versorgen.

„Mich interessiert, wie die Systeme in Auge und Schwimmblase während der Evolution entstanden sind“, erklärt Michael Berenbrink, Leiter des Forscherteams. Er hat herausgefunden, dass die speziellen Blutproteine, die wichtig für die Sauerstofffreisetzung sind, bereits vor 250 Millionen Jahren im Augensystem von Fischen vorhanden waren. Dies datiert das Auftreten von Schwimmblasen um 100 Millionen Jahre zurück. Die speziellen Blutproteine lösten damals die Entwicklung von Schwimmblasen aus.

„Viele Forscher glauben, dass sich die Schwimmblase vor 400 Millionen Jahren aus einer primitiven Lunge heraus entwickelt hat“, sagt Berenbrink in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science. „Einige Fische haben gar keine Schwimmblase und andere füllen sie, indem sie Luft and der Wasseroberfläche holen. Dann gibt es noch solche mit einer in sich geschlossenen Schwimmblase, die über Sekretion mit Gas gefüllt wird, was auch in größeren Tiefen funktioniert. Mein Ziel war, herauszufinden, wie diese Systeme in der Evolution entstanden sind und wie es infolgedessen zu der großen Artenvielfalt gekommen ist, die wir heute in den Ozeanen haben.“
(University of Liverpool, 22.03.2005 - PJÖ)
 
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