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Sonntag, 17.12.2017
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„Blutsauger“ auf dem Vormarsch

Durch Insekten übertragene Krankheiten nehmen zu

Insekten wie Mücken oder Flöhe sind nicht nur lästige Zeitgenossen sondern mitunter sogar lebensgefährlich. Sie können Krankheiten wie Malaria, Schlafkrankheit oder Läusefleckfieber übertragen, die auch zum Tod der Gestochenen führen können. Seit einigen Jahren beobachten medizinische Insektenkundler weltweit eine drastische Ausbreitung dieser und anderer gefürchteter Erkrankungen.
Anopheles-Mücke

Anopheles-Mücke

"Es gibt ernstzunehmende Hinweise, dass die Verschlechterung der hygienischen Verhältnisse beispielsweise im Rahmen bewaffneter Konflikte und Naturkatastrophen dafür verantwortlich ist", sagt Michael Faulde vom Zentralen Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Der medizinische Entomologe ist einer von 230 Insektenforschern, die ihre neuesten Erkenntnisse vom 21. - 24. März 2005 in Dresden präsentieren werden. Dort veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGaaE) ihre Fachtagung.

Die Zunahme von durch Insekten übertragenen Krankheiten in Krisen- und Katastrophengebieten betrifft nicht nur die dortige Bevölkerung, sondern auch die vor Ort eingesetzten Soldaten und Mitarbeiter ziviler Hilfsorganisationen. Faulde ist als Leiter der Laborgruppe Medizinische Zoologie häufig einer der ersten, der vor Auslandseinsätzen der Bundeswehr in das Zielgebiet reist. Zusammen mit Präventivmedizinern, Epidemiologen und Tropenmedizinern schätzt er die vor Ort bestehende Infektionsgefährdung ab.

Die Fachleute analysieren zunächst das Erregerspektrum, suchen nach Überträgern von Infektionskrankheiten und leiten dann entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen ein. Solchen Einsatzteams ist es bereits mehrfach gelungen, einer sich durch Insekten ausbreitenden Epidemie entgegenzuwirken. "Wir sind allerdings weltweit noch zu wenige", sagt Faulde. "Die Forschungsaktivitäten im Bereich der medizinischen Entomologie/ Zoologie müssten der globalen Situation angepasst werden."
(Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, 18.03.2005 - NPO)
 
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