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Mittwoch, 29.03.2017
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Fettiger Fisch gegen Entzündungen

Entzündungshemmender Wirkstoff Resolvin aus Omega-3-Fettsäuren

Die in Fischölen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren wirken möglicherweise nicht nur vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sie könnten gegen chronischen Entzündungen helfen. Wissenschaftler haben in den Ölen von Makrele, Lachs und anderen fetthaltigen Fischen einen entzündungshemmenden Wirkstoff entdeckt.
Lachs enthält viele Omega-3-Fettsäuren

Lachs enthält viele Omega-3-Fettsäuren

Fetthaltiger Fisch wie Lachs oder Makrele enthalten größere Mengen an Omega-3-Fettsäuren – chemische Verbindungen, die bisher vor allem dafür bekannt waren, den Cholesterinspiegel positiv zu beeinflussen und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Arthritis niedrig zu halten. Jetzt hat der Mediziner Makoto Arita von der Harvard Medical School in Boston gemeinsam mit Kollegen der National Institutes of Health und der Universität von Südkalifornien in Los Angeles eine neue Klasse von bioaktiven Lipiden identifiziert.

Die so genannten Resolvine könnten einen Teil der entzündungshemmenden Effekte der Omega-3-Fettsäuren erklären. Sie entstehen durch Einwirkung von zelleigenen Enzymen aus den Omega-3-Fettsäuren und haben, wenn sie durch Aspirin aktiviert wurden, bei Mäusen zu einer deutlichen Linderung von Entzündungen geführt. Die Forscher konnten die Hauptkomponente dieser neuen Lipide aus den Mäusen isolieren und ihre Struktur analysieren. Sie tauften das Molekül Resolvin E1.

Doch auch im Menschen ist das Resolvin inzwischen nachgewiesen: Freiwillige Versuchspersonen erhielten eine Kombination aus Omega-3-Fettsäuren und Aspirin und auch in ihrem Blutplasma konnte der Wirkstoff anschließend gefunden werden. Das menschliche Resolvin hemmt offenbar die Wanderung von Entzündungszellen zu bereits entzündeten Stellen im Körper und verhindert damit eine Ausweitung der Entzündung.


Gleichzeitig enthüllt die neue Studie auch eine mögliche Schattenseite der relativ neu auf dem Markt erhältlichen so genannten Cox-2 Hemmer. Diese – inzwischen ohnehin durch ihre negativen Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem etwas in Verruf geratene Substanzgruppe soll eigentlich ebenfalls entzündungshemmend wirken. Doch wie Arita und seine Kollegen zeigen, spielt Cox-2 wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Synthese von Resolvin. Wird nun dieser Stoff gehemmt, ist auch die Produktion des entzündungshemmenden Resolvins blockiert. Noch ist diese gegenteilige Wirkung der Cox-2 Hemmer nicht im Experiment bestätigt, doch für die ohnehin umstrittene Wirkstoffgruppe wäre dies möglicherweise das Aus.
(Journal Of Experimental Medicine, 15.03.2005 - NPO)
 
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