• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Donnerstag, 19.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Forscher findet Feuchtigkeits-Formel

Relative Feuchte und Taupunkt: Eine einfache Umrechnung entwickelt

Meteorologen verwenden verschiedenste Begriffe, um die Menge an Feuchtigkeit in der Atmosphäre anzugeben. Zwei davon sind die relative Feuchte und der Taupunkt. Ein Forscher am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz hat jetzt eine einfache Formel entwickelt, um die relative Feuchte ohne Verwendung des Rechners in die Taupunkttemperatur umzurechnen.
Atmosphäre

Atmosphäre

Den meisten Leuten ist die relative Feuchte weitaus geläufiger und sie wissen, dass die Luft bei hoher relativer Feuchte, etwa 90 Prozent, unbehaglich werden kann, insbesondere wenn es heiß ist. Andererseits bevorzugen Meteorologen eher die Taupunktemperatur, die ein besseres Maß ist für Phänomene wie die Behaglichkeitsstufe der Luft, die Höhe der Untergrenze von Cumulus-Wolken oder die Wirksamkeit von Verdunstungskühlern.

Faustregel statt umständlicher Rechnungen


Während der letzten 200 Jahre wurde eine Reihe von Näherungen für die Umrechnung zwischen Taupunkt und relativer Luftfeuchte vorgeschlagen, die aber alle einen Rechner oder Tabellen voraussetzen und größtenteils Exponenten und Logarithmen beinhalten. Nun hat Mark Lawrence vom Max-Planck-Institut für Chemie eine sehr einfache Faustregel für diese Umrechnung vorgeschlagen: Die relative Feuchte sinkt jeweils um fünf Prozent wenn die Taupunkttemperatur um ein Grad abnimmt, ausgehend von 100 Prozent relativer Feuchte, bei der der Taupunkt mit der normalen Lufttemperatur identisch ist. Diese Umrechnung ist gut anwendbar für feuchte Luft, das heißt, solange die relative Feuchte über etwa 50 Prozent liegt.

In der Praxis lässt sich damit spielend leicht der Taupunkt und somit die zu erwartende Behaglichkeit der Luft aus der relativen Feuchte und der Temperatur berechnen: Wenn es draußen zum Beispiel 30 °C warm ist und die Luftfeuchte 75 Prozent beträgt, dann liegt der Taupunkt bei 25 °C. Damit sieht man auch sofort, was durch Verdunstungskühlung erreicht werden kann - in unserem Beispiel bestenfalls fünf Grad.


Rund zehn Prozent Abweichung


"Wenn man nun die Gleichung ein wenig anpasst, um den Einfluss der Temperatur zu berücksichtigen, ist es sehr einfach, unter Verwendung der relativen Feuchte die Höhe der Untergrenze von Cumulus-Wolken näherungsweise im Kopf zu berechnen, gewöhnlich mit einer Genauigkeit von etwa zehn Prozent", sagt Lawrence.

Lawrence gibt in der Veröffentlichung einen historischen Rückblick und schildert dabei ein paar interessante Untersuchungen auf diesem Gebiet. Insbesondere ein Beispiel, basierend auf den ersten Messungen des Taupunkts von John Dalton um 1800, liefert ein nettes wissenschaftliches Experiment, um das Prinzip der Feuchte zu demonstrieren: Studenten, und sogar Schüler, können den Taupunkt ermitteln, indem sie bei Raumtemperatur einem mit Wasser gefüllten Glas langsam solange Eiswürfel hinzufügen, bis sich an der Außenfläche gerade Tau zu bilden beginnt. Wenn sie nun an diesem Punkt die Temperatur des Wassers messen, die Differenz zur Lufttemperatur mit fünf multiplizieren und das Ergebnis von 100 Prozent abziehen, erhalten sie die relative Luftfeuchte, die sie dann mit der Anzeige eines Hygrometers vergleichen können.
(Max-Planck-Institut für Chemie, 15.03.2005 - NPo)
 
Printer IconShare Icon