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Dienstag, 17.01.2017
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Nur 20 Prozent der Schmerzpatienten adäquat behandelt

Deutscher Schmerztag: Experten befürchten weitere Verschlechterung

15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmwerzen, doch nur 20 Prozent von ihnen werden adäquat behandelt – so lautet das ernüchternde Fazit von Schmerzmedizinern zum Auftakt des Deutschen Schmerztags 2005, der heute in Frankfurt beginnt.
Der mit über 2000 Teilnehmern der größte Fachkongress dieser Art in Deutschland werde in diesem Jahr überschattet von Entwicklungen, die Schmerzmedizinern und Patienten gleichermaßen große Sorge bereiten. Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) wies in diesem Zusammenhang erneut auf die dramatische Unterversorgung von Schmerzpatienten hin.

Einen Grund für die ineffektive Schmerztherapie sieht der Schmerztherapeut darin, dass die Schmerzmedikation häufig nicht auf die Schmerzintensität abgestimmt ist. Obwohl Schmerzexperten schon lange darauf hinweisen, dass starke Schmerzen einer Opioidtherapie bedürfen, ist Deutschland unter den Industriestaaten beim Opioidverbrauch immer noch Schlusslicht. Neben Vorbehalten bei Apothekern und Patienten sei hierfür insbesondere die mangelnde Ausbildung der Ärzte auf dem Gebiet der Schmerztherapie verantwortlich.

Auch für die Zukunft zeichnet der Präsident der DGS ein düsteres Bild. Aufgrund der Sparpolitik im Gesundheitswesen würden derzeit schmerztherapeutische Errungenschaften der letzten Jahre leichtfertig wieder aufgegeben. "Der mit 20 Prozent ohnehin geringe Versorgungsgrad wird damit weiter sinken". Diagnose- und Therapieverfahren, die Schmerzpatienten benötigen, sind in den neuen Leistungsverzeichnissen für gesetzliche Versicherte nicht enthalten. Darüber hinaus wurden von der so genannten Selbstverwaltung, den Spitzenverbänden der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, zahlreiche ärztliche Leistungen gebündelt und gleichzeitig die Vergütung dafür abgesenkt. Zudem wurde die Therapie bei einem Spezialisten auf zwei Jahre begrenzt.


„Die Kassen fordern zwar eine Versorgung auf höchstem Niveau, sind aber nicht bereit, diese zu finanzieren“, kritisiert Müller-Schwefe. „Die Vergütung deckt bei weitem nicht mehr den Aufwand, den wir in unseren spezialisierten Einrichtungen betreiben müssen und der auch - völlig zu Recht - gefordert wird.“
(DGS, 10.03.2005 - NPO)
 
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