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Mittwoch, 18.01.2017
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Feuchtgebiete als Wirtschaftfaktor

Studie: Wert der Funktionen bei 70 Milliarden US Dollar

Flüsse, Seen und Sümpfe sind nicht nur als Trinkwasserspeicher, Erholungsgebiete und Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen von unschätzbarem Wert, Feuchtgebiete haben darüber hinaus eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des WWF.
Der jährliche Wert dieser Funktionen liegt bei 70 Milliarden US Dollar. Die Naturschützer erinnern anlässlich des Internationalen Tag der Feuchtgebiete, wie leichtsinnig diese Werte aufs Spiel gesetzt werden: Überflutungsflächen werden trockengelegt, Flüsse begradigt, und Industrie und Landwirtschaft verschmutzen die Flüsse

Feuchtgebiet

Feuchtgebiet

„Anstatt Milliardenbeträge in die Luft zu jagen, um auf dem Mars nach Wasser zu suchen, sollte wesentlich mehr getan werden, um die Lebensadern hier auf der Erde zu bewahren”, mahnt Dr. Peter Prokosch, Geschäftsführer des WWF Deutschland. Die jetzt vom WWF vorgelegte Studie führt 89 bestehende Untersuchungen zusammen, in denen der Wert verschiedener Feuchtgebiete monetarisiert wurde. Für Feuchtgebiete in einer Größenordnung von 630.000 Quadratkilometern liegen bereits solche Abschätzungen vor. Ihre jährliche Wirtschaftsleistung beträgt knapp 3,5 Milliarden US Dollar. Rechnet man diese Summe auf die in der so genannten Ramsar Konvention geschützten Gebiete hoch, ergibt sich ein Wert von 70 Milliarden US Dollar im Jahr.

Der Report verdeutlicht, dass in den vergangenen 100 Jahren die Hälfte aller Feuchtgebiete weltweit verschwunden ist. „Damit wurden zugleich enorme Werte vernichtet. Bislang hat man diese ökonomische Bedeutung aber weit unterschätzt“, bemängelt der WWF. Im Gegenteil: Statt diese Gebiete zu erhalten, werden Milliarden ausgegeben, um Auwälder und Überflutungsflachen als Bauland oder für die Landwirtschaft zu nutzen. Dies möge zwar kurzfristig Gewinne abwerfen, sei aber mittelfristig kontraproduktiv. „Wie kostspielig eine solche Politik sein kann, hat die Flut an der Elbe 2002 eindrücklich vor Augen geführt”, erinnert Peter Prokosch. Der rücksichtslose Umgang mit den Lebensadern der Erde führe nicht nur zu einem unwiederbringlichen Verlust der Artenvielfalt, sondern auch zu verschmutzten Flüssen, Wasserknappheit und immer schwereren Hochwasserkatastrophen.


Der WWF fordert eine Umkehr in der internationalen Wasserpolitik. Es sei viel billiger, die Feuchtgebiete zu bewahren als anschließend die Schäden zu beseitigen, die durch eine verfehlte Politik hervorgerufen werden. Ein nachhaltiges Flussgebietsmanagement sei der erste Schritt, um den beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung vereinbarten Zielen näher zu kommen.
(WWF Deutschland, 03.02.2004 - NPO)
 
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