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Donnerstag, 14.12.2017
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Jagd auf Mikroben aus dem Eis

Forschung an extremophilen Lebensformen boomt

Sie sind in der Forschung heiß begehrt: Extremophile. Auf die Mikroorganismen, die unter extremsten Lebensbedingungen in der Antarktis leben, hat ein wahrer Run der Wissenschaftler eingesetzt. Doch mit möglicherweise fatalen Folgen für die antarktischen Organismen.
Experten der United Nations University sehen in der Erforschung dieser extremophilen Lebensformen neue Chancen auf Heilmittel und auch auf innovative Industriewerkstoffe. Sie warnen aber auch davor, dass die biologische Vielfalt dieser Organismen durch rücksichtsloses Ausbeuten gefährdet ist.

Mount Erebus in der Antarktis

Mount Erebus in der Antarktis

Zudem sei die rechtliche Situation der Extremophilen-Suche in der Antarktis nicht eindeutig geklärt, berichtet BBC-Online. Im Vorfeld der UNO-Konvention über biologische Vielfalt, die am 9. Februar in Kuala Lumpur beginnt, werden Forderungen nach Änderungen der Rechtsgrundlagen laut, denn nach Angaben der Experten reicht der bestehende Antarktis Vertrag nicht aus, die neuen Gegebenheiten zu regeln.

Nach der Studie "International Regime For Bioprospecting: Existing Policies and Emerging Issues for Antarctica" der United Nations University sind insbesondere drei Regionen der Erde von großem Interesse für die Wissenschaftler: die heißen unterseeischen Quellen, die Tiefsee und die Regionen der Antarktis.


Die Studie vergleicht die Jagd nach dem Wissen über die geheimnisvollen Lebensformen mit dem Goldrausch des 19. Jahrhunderts. "Die extremophilen Mikroorganismen können unter Lebensbedingungen wie extremer Hitze, extremer Kälte, Trockenheit oder Salzhaltigkeit überleben. Diese Kleinstlebewesen bergen daher wertvolle Geheimnisse in sich wie ein solches Überleben überhaupt möglich ist", so die Forscher.

"Der Run auf die extremophilen Lebensformen hat bereits voll eingesetzt", so AH Zakri, Direktor der United Nations University. "Unklar sind aber dabei Eigentumsfragen der genetischen Materialien, Patentrechtsfragen und umweltrechtliche Konsequenzen aus der Ausbeutung dieser Ressourcen". Zu den bisherigen Entdeckungen zählt etwa ein Glykoprotein, das bei antarktischen Fischen das Einfrieren verhindert, sowie der Extrakt einer grünen Alge, der in der Kosmetik Verwendung finden könnte und der Antitumor-Eigenschaften bei Hefe gezeigt hat.

Nach Angaben der Wissenschaftler waren bisher vor allem Universitäten und Pharmakonzerne auf der Suche nach dem bisher "verborgenen Wissen". Das erschwere auch die genaue Unterscheidung zwischen wissenschaftlicher Untersuchung und kommerzieller Ausbeutung. Der Antarktis-Vertrag reguliere aber jenes spezielle Gebiet des "Bioprospecting" nicht, meint Studien-Co-Autor Sam Johnston.
(Pressetext Europe, 03.02.2004 - NPO)
 
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