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Sonntag, 28.05.2017
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Neuer Ansatz für Schmerztherapie

Rückenmarksrezeptor ermöglicht besser verträgliche Analgetika

Wie Schmerzen wirksam und dennoch ohne gefährliche Nebenwirkungen bekämpft werden können, das haben Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg herausgefunden. Sie identifzierten im Rückenmark von Mäusen einen Rezeptor, der eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von Schmerzreizen spielt.
Bisher werden zur Behandlung von Schmerzen häufig Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, der Hauptbestandteil von Medikamenten wie Aspirin, oder die Gruppe der Coxibe verordnet. Diese Stoffe hemmen bestimmte Enzyme im Körper und sorgen dafür, dass die Botenstoffe für die Schmerzweiterleitung - die so genannten Prostaglandine - nicht mehr ausgeschüttet werden.

Diese Botenstoffe übertragen jedoch nicht nur Schmerzimpulse. Sie schützen den Organismus, und Mediziner vermuten, dass sie zum Beispiel Magengeschwüren vorbeugen sowie Herz- und Hirninfarkte verhindern. Nimmt man Prostaglandin hemmende Medikamente über längere Zeit ein, können gefährliche Nebenwirkungen auftreten: So stehen die Coxibe im Verdacht, für viele Tausende Herzinfarkte verantwortlich zu sein.

Mit der Entdeckung der Mediziner um Professor Dr. Hanns Ulrich Zeilhofer vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität Erlangen können nun neue Medikamente entwickelt werden, die nur den Schmerzrezeptor im Rückenmark blockieren und nicht in die Produktion von Prostaglandinen eingreifen. So bleibt deren schützende Funktion unangetastet und bestimmte Nebenwirkungen können ausgeschlossen werden.
(Universität Erlangen-Nürnberg, 24.02.2005 - NPO)
 
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