Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Krebs: Pflanzenwirkstoffe als Tumorhemmer
Wirkmechanismus der Polyphenole aufgeklärt
Ein Forscherteam des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf hat die tumorhemmende Wirkung bestimmter pflanzlicher Substanzen entschlüsselt. Diese so genannten Polyphenole können schon in geringer Konzentration der Krebsenstehung vorbeugen. Die Wissenschaftler um Professor Georg W. Mayrberichten in der renommierten Fachzeitschrift "Journal of Biological Chemistry" über ihre Studie.

Krebszellen
Krebszellen
© National Cancer Institute
In der traditionellen Pflanzenheilkunde werden eine Reihe pflanzlicher Substanzen, so genannte Polyphenole, als tumorverhindernde und -hemmende sowie teilweise auch als entzündungshemmende Wirkstoffe verwendet. Dazu gehören zum Beispiel die Grünteesubstanzen ECG und EGCG, das Gossypol aus Baumwollsamen, das Hypericin aus dem Johanneskraut, die Chlorogensäure aus der Weidenrinde oder das Quercetin aus der Eiche.

Seit langer Zeit suchen Wissenschaftler nach Wirkmechanismen dieser Substanzen, um sie für die Entwicklung von Nahrungsmittelergänzungen zur Vorbeugung von Tumoren – Chemoprävention - und von Medikamenten zur Tumorbehandlung nutzen zu können.

Die UKE-Forscher entdeckten nun, dass Polyphenole schon in äußerst geringer Konzentration - und besonders effektiv in Kombination - in Tumorzellen bestimmte Enzyme hemmen, die die Bildung einer Klasse von intrazellulären Signalmolekülen und damit das Zellwachstum ermöglichen.

Auch Polyphenole, die bisher nicht in der Pflanzenheilkunde als Tumorhemmer eingesetzt wurden, zeigten diese Wirkung. Die Arbeiten wurden unter anderem an Leukämie-, Lungenkrebs- und Brustkrebszellen durchgeführt.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Zellen, Polyphenole, Chemoprävention, Signalmoleküle, Tumorzellen
Weitere News zum Thema
Krebsmedikament macht Alzheimer-Symptome rückgängig (10.02.2012)
Wirkstoff Bexaroten beseitigt Gedächtnisstörungen und Eiweiß-Plaques bei Mäusen
Fasten lässt Krebstumore schrumpfen (09.02.2012)
Zwei Tage nichts essen macht Chemotherapie effektiver
Warum der Mittelfinger so eine lange Leitung hat (08.02.2012)
Hemmung von den Nachbarnervenzellen bestimmt die Reaktionsgeschwindigkeit
Blick ins Hirn verrät Abschneiden im Reaktionstest (07.02.2012)
Hirnaktivität kann voraussagen, wie gut jemand ein Videospiel beherrscht
Gen macht anfällig für Anthrax-Gift (07.02.2012)
Forscher finden große Spannbreite der Toxin-Empfindlichkeit innerhalb der Bevölkerung
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Viren und Krebs
Entdeckungsgeschichte einer „unmöglichen“ Beziehung
Schmerz
Alarmstufe Rot im Nervensystem
Arzneimittelforschung
Mit Hightech auf der Suche nach Naturwirkstoffen
News des Tages
Wettervorhersage aus Erdrotation?
„Nordsee“ auf dem Mars
Blaulicht „repariert“ DNA-Schäden
geOmovie 2005 - Bilder aus dem System Erde
Iran: Mehr als 440 Tote durch Erdbeben
Krebs: Pflanzenwirkstoffe als Tumorhemmer
"Dunkle Materie der Biologie" entschlüsselt?
Mehr Forschungsgelder für Leuchtdioden
Bücher zum Thema
Mensch, Körper, Krankheit
von Renate Huch und Christian Bauer
Schmerz
Eine Kulturgeschichte von David Le Breton
Bittere Pillen
Nutzen und Risiken der Arzneimittel
Prostatakrebs
von Hermann Delbrück
Top-Clicks der Woche
1. Röntgenlicht macht Eisen durchsichtig
2. Supererde in bewohnbarer Zone entdeckt
3. Jeder Vierte stirbt an Krebs
4. Supervulkane werden schnell wieder aktiv
5. Männer erinnern sich besser an Unangenehmes