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Samstag, 21.01.2017
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Wettervorhersage aus Erdrotation?

Winzige Geschwindigkeitsschwankungen sollen die Prognose von Naturereignissen ermöglichen

Die Erde dreht sich nicht gleichmäßig, sondern „eiert” ein wenig: die Pole und die Rotationsachse bewegen sich leicht, die Drehgeschwindigkeit schwankt. Ein russischer Wissenschaftler will diese Unregelmäßigkeiten ausnutzen, um daraus Naturereignisse wie Erdbeben, Stürme oder Schneefälle, aber auch davon abgeleitet wirtschaftliche und soziale Krisen vorherzusagen.
Erde und Mond

Erde und Mond

N.S. Sidorenkov, Leiter des Labors für planetarische Zirkulation und Heliogeographische Forschung am Hydrometeorologischen Zentrum Russlands zieht aus Langzeitanalysen der periodischen Veränderungen der Drehgeschwindigkeit der Erde, der Veränderungen in atmosphärischen Prozessen und verschiedener hydrometeorologischer Charakteristika den Schluss, aus ihnen Rückschlüsse über die Entwicklung des Wetters und anderer Prozesse auf der Erde gewinnen zu können.

Nach Ansicht des Physikers und Mathematikers können Klimschwankungen in gewissem Maße auch durch die innerhalb von Jahrzehnten ablaufenden minimalen Schwankungen in der Drehgeschwindigkeit der Erde vorhergesagt werden. Während der Beschleunigungsperioden der Erde, wachsen die Eismassen in der Antarktis an, die Intensität des Luftaustauschs zwischen den Klimazonen wird schwächer, die nördliche Hemisphäre erwärmt sich langsamer und der Himmel über unserem Planeten ist von mehr Wolken bedeckt. Dreht sich die Erde dagegen langsamer, kehren sich diese Prozesse um, so Sidorenkov.

Nach den Beobachtungen des Forschers korrelieren die verschiedenen Rotationsmuster mit Gezeitenfluktuationen und synoptischen Prozessen in der Atmosphäre. Die schwankende Geschwindigkeit der Erdrotation zeigt sich in minimalen Abweichungen der Tageslänge vom Referenztag, der genau 86,400 Sekunden lang dauert. Je kürzer der tatsächliche Tag, desto schneller dreht sich die Erde. Die bisher schnellste Rotationsgeschwindigkeit erreichte unser Planet im Jahr 1879, als der Erdtag 0,003 Sekunden kürzer war als der Referenztag, am langsamsten drehte er sich im Jahr 1903, damals bummelte er um 0,0004 Sekunden hinter seinem Soll hinterher.


Diese winzigen Schwankungen in der Drehgeschwindigkeit unterliegen bestimmten Zyklen, die Jahre, Jahreszeiten, Dekaden und auch eine Periode von 60 bis 70 Jahre lang dauern. Parallel dazu taumelt die Erde auch leicht in Bezug auf ihre Rotationsachse. Dadurch verschieben sich die Punkte, an denen die gedachte Achse aus der Erdoberfläche austritt, die momentanen Pole. Ihre Bewegung gleicht dabei einer sich einrollenden und wieder entrollenden Helix.

Die Bewegungsunregelmäßigkeiten der Pole und der Rotation werden durch verschiedene Prozesse verursacht. Zum einen hängen sie von der relativen Position der Erde zu Mond und Sonne zusammen und damit verbunden auch von den Gezeiten und der saisonal unterschiedlichen Verteilung der Luft- und Wassermassen zwischen den Hemisphären aber auch den Landflächen und Ozeanen.

Mit Hilfe der Rotationsmessung und hydrometeorologischer Charakteristiken gelang es Sidorenkov, genaue meteorologische Vorhersagen für einen Tag im Voraus und bis zu einem Jahr im Voraus zu erstellen. Der Wissenschaftler ist der Ansicht, dass nicht nur Wetter auf diese Weise prognostiziert werden könnte, sondern auch andere Naturereignisse und damit verbunden auch soziale und wirtschaftliche Umbrüche. Es klingt zwar eher fantastisch, doch Sidorenkov ist von seiner Entdeckung überzeugt: Der Forscher hat seine Methode jetzt zum Patent angemeldet.
(Informnauka (Informscience) Agency, 23.02.2005 - NPO)
 
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