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Freitag, 20.10.2017
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Gesichtserkennung auf dem Prüfstand

Erste biometrische Ausweise schon im November

Der elektronische Reisepass kommt. Von November an werden neue Reisedokumente mit biometrischen Daten wie zum Beispiel Informationen über die Gesichtsform versehen. Fraunhofer-Forscher untersuchen, wie leistungsfähig die Gesichtserkennung ist. Auf der CeBIT stellen sie ihre Ergebnisse vor.
Messpunkte im Gesicht

Messpunkte im Gesicht

"Ihre Papiere bitte und dann freundlich in die Kamera lächeln!" - so könnte es schon bald an der Grenze heißen. Denn künftig sind auf einem Chip im Reisepass auch Daten über die Gesichtsform, die Augeniris oder Fingerabdrücke des Besitzers gespeichert. Per Funk werden die Daten an einen Computer übertragen. Stimmen die Informationen überein, kann man die Grenze problemlos passieren. Das soll die Passkontrolle schneller und sicherer machen. In Deutschland werden von November an die ersten Reisepässe mit biometrischen Daten ausgegeben. Der Grund für die schnelle Einführung: EU-Bürger dürfen nur noch dann ohne Visum in die Vereinigten Staaten einreisen, wenn sie einen Pass mit biometrischen Daten vorzeigen können.

"In den neuen Reisepässen sind zunächst zweidimensionale digitale Gesichtsbilder enthalten", erläutert Dr. Christoph Busch, Leiter der Abteilung Sicherheitstechnologie für Graphik und Kommunikationssysteme am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt. Damit soll der erste Einstieg in biometrische Pässe erfolgen. Neben dem Foto sind verschlüsselt auch Informationen zur Gesichtsform gespeichert. Später sollen auch Fingerabdrücke verschlüsselt hinterlegt werden.

Doch wie leistungsfähig ist die 2-D-Gesichtserkennung? Dieser Frage sind Forscher des IGD im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nachgegangen. In der Studie "Untersuchungen der Eigenschaften von Gesichtserkennungssystemen - BioFace" haben die Wissenschaftler unterschiedliche Verfahren und Erkennungsalgorithmen getestet. Darüber hinaus wurde untersucht, ob zum Beispiel Hüte, Mimik, Kopfhaltung oder einfallendes Licht die Erkennungsleistung beeinträchtigen. Das Ergebnis: Starker Lichteinfall, eine Drehung oder Neigung des Kopfs erschweren die richtige Identifizierung.


"Mehr Sicherheit könnte die 3-D-Gesichtserkennung bieten", erläutert Busch. Der Vorteil: Die erfassten Modelle sind immer metrisch korrekt.
Die Grundmaße des Kopfs wie etwa der Augenabstand oder die Länge der Nase bleiben gleich - egal welchen Abstand die fotografierte Person zur Kamera hat. Um ein Gesicht in 3-D zu erfassen, wird zum Beispiel ein farbiges Streifenmuster auf den Kopf projiziert. Stirn, Ohren, Nase oder Kinn verformen die Farbstreifen und erzeugen für jeden Menschen ein anderes charakteristisches Muster. Aus diesen Daten berechnet der Computer die Gesichtsform. Die 3-D-Gesichtserkennung arbeitet weitgehend unabhängig von Störfaktoren wie Beleuchtung und Kopfhaltung. Das macht das Verfahren sicherer und robuster als die 2-D-Gesichtserkennung. Derzeit untersuchen die Forscher des IGD verschiedene 3-D-Systeme auf ihre Leistungsfähigkeit.
(Fraunhofer-Gesellschaft, 21.02.2005 - NPO)
 
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