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Freitag, 26.05.2017
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Spitzenforscher befürchten „Brain-Drain“

Umfrage: Deutsche Wissenschaftspreisträger warnen vor Wissens-Schwund

Die Mehrheit der deutschen Wissenschaftspreisträger befürchtet einen dramatischen Abfluss von Forscherwissen, dem „Brain Drain“, aus Deutschland. Das ergab eine Mitte Februar abgeschlossene Umfrage.
Doktorhut

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79 der 100 Forschungspreisträger - überwiegend aus den Bereichen Technologie, Medizin und Wirtschaft sowie Naturwissenschaften und Mathematik - sehen durch den Wissens-Exodus auch den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet. 86 von 100 an der Umfrage der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, INSM, Beteiligten haben bereits "Brain Drain" in ihrem akademischen Umfeld beobachtet. 87 Prozent sehen den Wissenschaftsstandort Deutschland dadurch "in hohem Maße" oder zumindest "latent" in Gefahr.

Sie fordern mit großer Mehrheit umfangreiche Reformen - so zum Beispiel Finanzautonomie und Personalautonomie für die Hochschulen. "Die Bewertung dieser hochkarätigen Wissenschaftler drückt ganz klar aus, dass am Forschungsstandort Deutschland grundlegende Reformen erforderlich sind", fasst Prof. Hans Tietmeyer, Kuratoriumsvorsitzender der INSM die Ergebnisse der exklusiven Umfrage zusammen.

Unklare Perspektiven, zuwenig Unterstützung


Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hatte den Wissenschaftlern einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt. Zu den in dieser Befragung als zentral eingestuften Probleme gehörte auch zuwenig private Unterstützung und zuviel staatliche Behinderung: 83 Prozent der Wissenschaftler meinen, dass die Möglichkeiten privater Unterstützung - etwa durch Stipendien und Stiftungen - im Ausland besser sind als hierzulande. 62 Prozent der Befragten meinten auch, dass Forschungseinrichtungen im Ausland mehr rechtliche Flexibilität genießen.


Auch die unklaren beruflichen Perspektiven wurden bemängelt: Nur einer von 100 Wissenschaftlern war der Ansicht, dass seine akademische Karriere hier gut planbar sei, jeder zweite Forscher dagegen hält die Möglichkeiten der Karriereplanung "keinesfalls für ausreichend". Gleichzeitig kritisierten die Befragten auch die unzureichende Beteiligung der Wissenschaftler an ihren Patenten: Nur einer von 100 Wissenschaftlern meint, dass die Verwertung seiner Arbeitsergebnisse "vollauf gegeben" sei.

Mehr Autonomie und Studiengebühren befürwortet


Die Forscher votierten vor allem für mehr Autonomie an den Hochschulen: 89 Prozent halten es für "sehr wichtig" oder "wichtig", dass die Universitäten in Finanzfragen selbstständig entscheiden können. Sogar 98 Prozent meinen, dass Hochschulen mehr Spielraum bei Personalentscheidungen bekommen sollen. 72 Prozent halten die Einführung von Studiengebühren für "wichtig" beziehungsweise "sehr wichtig".

Als weniger dringlich stuften die Befragten die Einführung "gestufter Studiengänge" ein (Bachelor und Master) ein - 54 Prozent hielten das für "weniger wichtig". Ähnlich urteilten die Wissenschaftler auch über die zwischen den Bundesländern noch umstrittene "Juniorprofessur". Sie hielten 40 Prozent für "weniger wichtig".
(Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, INSM, 16.02.2005 - NPO)
 
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