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Mittwoch, 24.05.2017
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CO2: Ökosysteme robuster als angenommen?

Folgen des CO2-Anstiegs an Mycorrhiza-Pilzen untersucht

Wie werden die steigenden CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre die Ökosysteme der Erde beeinflussen? Diese Frage beschäftigt zur Zeit zahlreiche Wissenschaftler. Amerikanische Forscher haben jetzt untersucht, was bisher noch keiner fragte: Könnte vielleicht auch schon ein einzelner abrupter Anstieg der Kohlendioxid-Werte ähnliche Veränderungen hervorrufen, wie eine sich über Jahrzehnte hinstreckende Zunahme?
Mycorrhiza-Pilze an Wurzel

Mycorrhiza-Pilze an Wurzel

In einem Artikel in der renommierten Zeitschrift Nature werfen Wissenschaftler um Michael Allen, Professor für Pflanzenpathologie und –biologie an der Universität von Kalifornien in Riverside einen näheren Blick auf diesen ihrer Ansicht nach bislang vernachlässigten Aspekt der Klimamodellierung. Mit ihrer Studie wollen die Wissenchaftler dazu beitragen, herauszufinden, wie sich die Ökosysteme der Erde an die in Zukunft veränderten Umweltbedinungen anpassen.

Das Team, zu dem auch Forscher der Universitäten von Montana und Ontario gehörten, beobachtete sechs Jahre lang die Entwicklung einer Gruppe von Mycorrhiza-Pilzen unter verschiedenen CO2-Gehalten. Die Pilze, leben an den Wurzelsystemen von Pflanzen und tragen dazu bei, diese gegen Umweltstress wie beispielsweise Nährstoffmangel, Trockenheit oder Temperaturextreme zu schützen.

Die Wissenschaftler setzten die Pilze entweder einem abrupten oder aber einem allmählichen Anstieg des Kohlendioxid aus. Es zeigte sich, dass die Gruppe mit dem langsamen Anstieg über 21 Generationen hinweg nur geringe Abnahmen in der Anzahl der Arten pro Probe erlitt. Die Pilze, die einem plötzlichen Anstieg ausgesetzt waren, schnitten in diesem Standardmaß für biologische Vielfalt etwas schlechter ab, der Unterschied war jedoch nicht signifikant war.


Die Ergebnisse deuten nach Ansicht der Forscher an, dass vorherige Studien möglicherweise das Ausmaß der Folgen für die Ökosysteme überschätzt haben könnten. Klimaforscher erwarten, dass das atmosphärische CO2 im nächsten Jahrhundert bis auf 550 ppm (parts per million = Teilchen pro einer Million) ansteigen wird – deutlkich mehr als die heute gemessenen 370 ppm. Weltweit versuchen Forscher daher herauszufinden, welche Folgen dies auf die Populations- und Ökosystemstrukturen und –funktionen haben kann

“Der Klimawandel ist einer von mehreren potenziellen Reaktionen des schnell ansteigenden atmosphärischen CO2. Zu den prognostizierten Reaktionen der Ökosysteme gehören eine verringerte Nährstoffzufuhr der Pflanzen und eine erhöhte Schädlingsaktivität“, erklärt Allen. „unsere Forschungen demonstrieren jedoch, dass Lebensgemeinschaften von Organismen sich an verändernde Befdingungen durchaus anpassen können. Wir brauchen sorgfältige Experimente, die die Dynamik dieser Veränderungen erfassen, wenn wir vorhersagen wollen, wie es um die zukünftige Gesundheit unserer landwirtschaftlichen und natürlichen Ökosysteme bestellt ist.“
(University of California, Riverside, 15.02.2005 - NPO)
 
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