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Mittwoch, 24.05.2017
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Kyoto-Protokoll tritt morgen in Kraft

Umweltverbände bemängeln Haltung der USA und Australiens

Am 16. Februar ist es endlich soweit: Nach jahrelagem zähen Ringen tritt das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz in Kraft. In ihm haben sich zahlreiche Industriestaaten dazu verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2012 um fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern. Eine Voraussetzung für das Inkrafttreten war die Ratifizierung des Protokolls durch eine Mehrheit der Industriestaaten und Emittenden von Treibhausgasen. Bis heute haben 141 Staaten, darunter jedoch nicht die USA und Australien, das Protokoll ratifiziert.
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

Nach Einschätzung des WWF markiert das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am 16. Februar einen ersten wichtigen Schritt aus dem Treibhaus. „Das Kyoto Protokoll ist ein großer Erfolg, doch dürfen wir uns darauf nicht ausruhen“, betont Regine Günther, Leiterin des Klimareferats beim WWF Deutschland. Die internationale Staatengemeinschaft habe sich verpflichtet, die klimaschädlichen Treibhausgase zu reduzieren. Jetzt müsse man anspruchsvolle Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele auf den Weg bringen. Es gelte, die globale Erwärmung unter zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten. Nur so seien die Folgen des Klimawandels in einigermaßen akzeptabeln Grenzen zu halten. Das Kyoto-Protokoll biete den völkerrechtsverbindlichen Rahmen, hierauf müsse man aufbauen.

Umweltschützer kritisieren, dass sich mehrere Staaten ihrer Verpflichtung für den Klimaschutz entziehen wollen. Der amerikanischen und der australischen Botschaft übergab die BUND- Vorsitzende Angelika Zahrnt am gestrigen Montag "Klimadepeschen". Darin werden beide Staaten aufgefordert, das Kyoto-Protokoll schnellstmöglich zu unterzeichnen und sich dem Klimaschutz nicht länger zu verweigern. Allein die USA seien für ein Viertel der Treibhausgase weltweit verantwortlich.

Der WWF geht davon aus, dass die Industriestaaten ihren Kohlen- dioxidausstoß bis 2050 um 80 Prozent reduzieren müssen. Im Kyoto- Protokoll haben sich die Unterzeichnerstaaten auf eine Reduzierung um durchschnittlich fünf Prozent bis 2012 geeinigt.Damit diese Anstrengungen nicht verpuffen, müsse man schon jetzt über die Zeit nach 2012 nachdenken.


Der WWF skizziert in einem Neun-Punkte-Plan die nächsten Schritte. Neben ehrgeizigeren nationalen Klimaschutzzielen müsse man die Energiekonzerne stärker in die Pflicht nehmen. Dieser Bereich sei das Sorgenkind im internationalen Klimaschutz. Es gelte, das europäische Emissionshandelssystem auszubauen und die ärmeren Länder zu unterstützen. Mittelfristig müsse man zudem die USA und Australien wieder an Bord holen, die zu den Ländern mit dem größten Treibhausgasausstoß gehören.

Zahrnt vom BUND kommentierte: "Kyoto ist ein Erfolg, weil Klimaschutz gegen seine Bremser durchgesetzt werden konnte. Erstmals werden die Treibhausgasemissionen weltweit begrenzt. Das Abkommen reicht aber nicht, denn der Klimawandel findet längst statt: Die Temperaturen steigen, Gletscher und Pole schmelzen, ganze Regionen verdorren oder sind von Wetterextremen und Hochwasser betroffen. Vor allem die Industriestaaten, die den Treibhauseffekt am meisten verstärken, müssen mehr tun. Bis 2020 müssen sie ihre Emissionen um 40 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent senken."
(BUND, WWF, 15.02.2005 - NPO)
 
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