• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Montag, 24.07.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Tagebuch hilft Autismusforschern

Erste Symptome erst nach sechs Monaten

Das Tagebuch einer Mutter von Zwillingen hat Wissenschaftlern geholfen, die ersten Anzeichen und den Beginn des Autismus bei Kindern genau zu analysieren. Es zeigte sich, dass sich die Kinder in den ersten sechs Monaten nahezu normal entwickelten und erst später, mit rund einem Jahr, die ersten Abeichungen auftreten.
Baby

Baby

Mel Rutherford, Psychologieprofessorin an der McMaster Universität erklärt, dass das Tagebuch eine seltene und bisher nicht dagewesene Möglichkeit eröffnet, die frühe Entwicklung des Autismus zu verfolgen. Fünf Jahre lang hatte die Mutter von zweieiigen Zwillingen fast täglich ihre Beobachtungen niedergeschrieben. Sie datierte und beschrieb genau die Entwicklung der Sprache, die sozialen Interaktionen, das Wachstum und Schlafstörungen der Kinder – ohne sich dessen bewusst zu sein, dass eines der beiden Zwillinge autistisch war. Erst im Alter von drei Jahren wurde eine Diagnose gestellt.

“Es scheint, dass Kinder mit Autismus sich in den ersten sechs Monaten zunächst normal entwickeln und dann erst die untypische Entwicklung beginnt“, erklärt Rutherford. „Wenn sich die soziale Entwicklung typischer Kinder beschleunigt, macht das Kind mit Autismus nur geringe Fortschritte.“

Während der ersten sechs Monate lächelten beide Zwillinge, nahmen soziale Kontakte über Laute auf und zogen die Familienmitglieder anderen Menschen vor. Im Alter von einem Jahr aber zeigte der männliche Zwilling weniger Augenkontakt, weniger verbale Kommunikation und weniger Zuneigung gegenüber anderen als seine Schwester. Auch seine Schlafmuster unterschieden sich deutlich von dem seines Zwillings.


Im Alter von zwei Jahren hatte der Junge eine Fixierung auf bestimmte Muster und Puzzles entwickelt, mit drei Jahren berichtete ein Psychologe, dass „der Junge keinen Trost anbietet, wenn andere weinen und auch selber keinen Trost sucht, wenn er unglücklich ist.“ In ihrem Tagebuch notiert die Mutter in dieser Zeit, dass die Mimik ihres Sohnes von sehr beschränkt bis abwesend reicht.

Inzwischen sind sie Zwillinge zwölf Jahre alt. Der Junge kämpft zwar noch mit seiner Sprachentwicklung, soll aber „normalerweise ein glückliches Kind“ sein, das Mädchen hat sich normal entwickelt.
(McMaster University, 14.02.2005 - NPO)
 
Printer IconShare Icon