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Donnerstag, 27.07.2017
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Island: Europas größter Nationalpark geplant

Schutzgebiet sichert die Zukunft des letzten Gletscherflusses

In Island soll der größte Nationalpark Europas entstehen. Das rund 10.000 Quadratkilometer große Gebiet umfasst unter anderem das Einzugsgebiet des letzten großen Wildflusses Islands, dem Jökulsa a Fjöllum. Unter Schütz stünde dann knapp ein Zehntel der Inselfläche und einer der artenreichsten Lebensräume des Landes.
Island

Island

Der Naturpark wird beispielsweise dem Polarfuchs, vielen Wasservögeln und seltenen Pflanzenarten ein geeignetes Zuhause bieten. Nach Auffassung der Naturschutzorganisation WWF könnte Island damit international eine Vorreiterrolle übernehmen, was den großräumigen Schutz von Naturlandschaften betrifft.

Der WWF und andere Naturschutzverbände hatten Island in den letzten Jahren heftig kritisiert. Grund war der Bau eines großen Wasserkraftwerks im zentralen Hochland der Insel. Dabei wurden zwei der drei letzten naturbelassenen Wildflüsse des Landes aufgestaut und verbaut. „Die ökologischen Auswirkungen sind bereits sehr ernst. Die Einrichtung eines neuen Nationalparks ist daher eine große Chance, wenigstens einen verbliebenen Gletscherfluss zu erhalten“, beschreibt WWF-Geschäftsführer Peter Prokosch die Situation.

Island kann bereits einige großflächige Schutzgebiete aufweisen. Sie umfassen hauptsächlich Schnee-, Eis- und Felsgebiete des riesigen Vatnajökullgletschers. Naturschutzexperten betonen, dass es eine Sache sei, unwirtliche Gletscherregionen zu erhalten. Die eigentliche Herausforderung sei jedoch der Schutz von Gebieten mit empfindlichen Lebensgemeinschaften, wie sie etwa ein komplettes Flusssystem aufweist.


Der geplante Nationalpark würde die bestehenden Schutzgebiete der Insel daher sinnvoll ergänzen und das Land von Norden nach Süden fast komplett durchziehen. Die Regierung in Reykjavik hatte die Einrichtung des Nationalparks in der vergangenen Woche angekündigt. „Der WWF erwartet nun, dass Island den großen Worten auch große Taten folgen lässt“, erklärt Prokosch.
(WWF, 03.02.2005 - NPO)
 
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