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Sonntag, 21.10.2018
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Hayabusa-2: Mini-Rover auf Asteroiden gelandet

Japanische Raumsonde hat erfolgreich ihre hüpfende Minisonden MINERVA abgesetzt

Hüpfende Pioniere: Die japanische Raumsonde Hayabusa-2 hat am Freitag erfolgreich zwei Minisonden auf dem Asteroiden Ryugu platziert. Weil sich die beiden Sonden hüpfend fortbewegen können, sind sie die ersten Rover, die jemals auf einem Asteroiden gelandet sind – auch wenn sie nur die Größe einer Keksdose haben. Die MINERVA-Rover haben nach ihrer Trennung von der Muttersonde bereits erste Bilder übermittelt. Anfang Oktober soll dann die Landung des europäischen Landers MASCOT auf Ryugu folgen.
Die MINERVA-Minisonden auf dem Asteroiden Ryugu (Illustration)

Die MINERVA-Minisonden auf dem Asteroiden Ryugu (Illustration)

Die 2014 gestartete Mission Hayabusa-2 hat einiges vor: Sie soll erstmals einen Lander auf dem erdnahen Asteroiden (162173) Ryugu absetzen und als erste Raumsonde Proben von einem Asteroiden entnehmen und zurück zur Erde bringen. Ende Juni 2018 hat die Raumsonde mitsamt ihrer huckepack mitreisenden Landesonde MASCOT und den Minisonden MINERVA den Asteroiden Ryugu erreicht und umkreist ihn seither in einem dichten Orbit.

Hüpfende "Keksdosen"


Jetzt ist ein erster Schritt der Mission gelungen: Am Freitag verringerte Hayabusa-2 ihre Flughöhe bis auf nur noch 60 Meter und entließ die beiden Minisonden MINERVA II1 auf die Asteroidenoberfläche. Sie nur etwa so groß wie eine Keksdose oder ein Käserad und tragen mehrere Kameras sowie Temperatursensoren an Bord. Sie sollen unter anderem Stereoaufnahmen von der Asteroidenoberfläche erstellen.

Eine Besonderheit der beiden Minisonden: Sie sind so konstruiert, dass sie sich hüpfend über die Oberfläche bewegen können. Von kleinen Motoren angetrieben, können die MINERVA-Sonden dank der geringen Schwerkraft des Asteroiden 15 Meter weit fliegen und bis zu 15 Minuten in der Schwebe bleiben.


Aufnahme des Rovers 1-A, gemacht während eines Sprungs

Aufnahme des Rovers 1-A, gemacht während eines Sprungs

Landung erfolgreich


Nachdem Hayabusa-2 die beiden Minisonden abgesetzt hatte, war zunächst nicht klar, ob die Landung erfolgreich war – denn es gab vorübergehend Funkstille zwischen Muttersonde und den beiden Rovern. Dann jedoch meldeten sich die Mini-Kundschafter von der Oberfläche von Ryugu und sendeten auch schon erste Bilder, wie die japanische Raumfahrtagentur JAXA mitteilt.

Die ersten Aufnahmen der beiden Minisonden zeigen verschwommene, durch Bewegungsunschärfe geprägte Schnappschüsse vom Moment unmittelbar vor der Landung. Eine weitere Aufnahme entstand während eines ersten Sprungs des Rovers 1-A. Damit sind diese beiden Miniroboter die ersten beweglichen Sonden, die auf einem Asteroiden gelandet sind.

So geht es weiter


Die MINERVA-Sonden bilden die erste Phase der mehrschrittigen Asteroidenmission von Hayabusa-2. Der zweite Akt soll am 3. Oktober folgen, wenn der deutsch-französische Lander MASCOT auf dem Asteroiden Ryugu landet. Auch dieser etwa schuhkartongroße Lander wird sich mithilfe eines Schwungarms hüpfend über die Asteroidenoberfläche bewegen.


Ebenfalls im Oktober folgt die Probennahme durch die Muttersonde Hayabusa-2: Sie wird sich dem Asteroiden noch weiter annähern und ein Kupferprojektil in seine Oberfläche schießen. Das dadurch aufgewirbelte Material saugt die Sonde ein und soll es dann zurück zur Erde bringen.
(JAXA, 24.09.2018 - NPO)
 
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