• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 16.11.2018
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

China: Neues Influenza-Virus entdeckt

Erste Übertragung von Grippevirus H7N4 auf einen Menschen

Vom Vogel zum Menschen: Ein neues Influenza-Virus ist in China erstmals von Gefügel auf den Menschen übergesprungen. Das Virus des Typs H7N4 besitzt Mutationen, durch die es an Zellen der menschlichen Atemwege binden kann. Dadurch kann es schwere Lungenentzündungen und Lungenschäden auslösen, wie Forscher berichten. Übertrage wurde dieses Influenza-Virus offenbar von Wildvögeln auf Hausgeflügel und über dieses auf den Menschen.
Mit H7N4 könnte ein weiteres Influenza-Virus den Sprung auf den Menschen geschafft haben.

Mit H7N4 könnte ein weiteres Influenza-Virus den Sprung auf den Menschen geschafft haben.

Ob 1918, 1957 oder 1968: Viele Grippe-Pandemien der Vergangenheit haben ihren Ursprung in Vögeln. In ihnen entwickeln sich immer wieder Influenza-Viren, die durch Mutation und Rekombination die Fähigkeit erlangen, Menschen zu befallen. In den letzten Jahren geschieht dieser Artsprung besonders häufig in China, wo Mensch und Geflügel eng zusammenleben. So infizierten die Virenstämme H10N8, H6N1 und H7N9 immer wieder auch Menschen, einige drohten sogar Pandemie-Potenzial zu entwickeln.

Mutiertes Vogelvirus


Jetzt ist offenbar einem weiteren Influenza-Virus der Sprung auf den Menschen gelungen. Entdeckt wurde dies, als eine 68-jährige Frau in der Jiangsu-Provinz im Osten Chinas mit schwerer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Nähere Analysen enthüllten, dass ein Influenza-Virus zuvor unbekannten Typs die Ursache war.

Bei dem Virus handelt es sich um einen mutierten Stamm des H7N4-Virus, einem Vogelgrippe-Erreger, der zuvor bereits in Wildvögeln aus Europa, Nordamerika, Australien und Korea nachgewiesen worden ist. Der jetzt in der Erkrankten und ihrem Hausgeflügel gefundene Influenza-Stamm jedoch ist gegenüber diesem an mehreren Stellen des Erbguts verändert, wie Xiang Huo vom Regionalen Zentrum für Seuchenkontrolle in Nanjing und sein Team berichten.


Bindung an Zellen der Atemwege


Die Forscher vermuten, dass sich die Frau beim Schlachten eines ihrer mit dem Virus infizierten Hühner angesteckt hat. Nähere Analysen ergaben, dass das neue H7N4-Virus Mutationen besitzt, dank derer es an bestimmte Zellen im Atemtrakt des Menschen binden kann. "Das könnte dazu beitragen, dass dieses Virus beim Menschen einen so schweren Krankheitsverlauf und Lungenschäden hervorruft", erklären die Wissenschaftler. Ähnlich wie bei H7N9 ruft das neue Influenza-Virus schwere Lungenentzündungen hervor.

"Im Gegensatz zu H7N9 kann das neue H7N4-Virus direkt Infektionen beim Menschen auslösen – ohne dass es zuvor noch mit anderen Vogelgrippe-Viren Gene austauschen muss", warnen die Forscher. "Damit bedeutet es eine potenzielle Gefahr für die menschliche Gesundheit – vor allem dort, wo Mensch und Geflügel eng zusammenleben." Ob sich dieses Influenza-Virus weiter ausbreitet oder lokal begrenzt bleibt, müssen nun weitere Untersuchungen klären. (Science Bulletin, 2018; doi: 10.1016/j.scib.2018.07.003)
(Science China Press, 03.09.2018 - NPO)
 
Printer IconShare Icon