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Dienstag, 23.05.2017
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Norwegen jagt letzte Wölfe

WWF: „Unsinniges Gemetzel“

Der Wolf wird in Norwegen nicht nur auf der Roten Liste als vom Aussterben bedrohte Art geführt, sondern die Tiere stehen zugleich auf der Abschussliste von fast 400 Jägern. Das Umweltministerium gab für dieses Jahr fünf Tiere zur Tötung frei. Das ist ein Viertel der gesamten Population in dem skandinavischen Land. Drei Wölfe wurden bereits erlegt. Der WWF kritisiert Jagd auf eine bedrohte Art als absurdes Gemetzel.
„Der Abschuss mag zwar die Viehzüchter beruhigen, untergräbt jedoch die Glaubwürdigkeit Norwegens bei internationalen Naturschutz-Bemühungen“, betont Peter Prokosch, Geschäftsführer des WWF Deutschland. Diese Strategie sei meilenweit von international akzeptierten Standards im Wildtier-Management entfernt. Der WWF Norwegen will die Jagd jetzt gerichtlich stoppen.

Insgesamt leben nach Angaben des WWF in Skandinavien noch höchstens 120 der Raubtiere. In Norwegen dürften es nicht viel mehr als 20 Exemplare sein. Weil norwegische Schaf-Farmer über den Verlust von Tieren klagen, die angeblich von Wölfen gerissen werden, sollen jetzt erneut fünf Wölfe sterben.

Schwedische und norwegische Wissenschaftler gehen unterdessen davon aus, dass etwa 800 Wölfe in Südskandinavien leben müssten, um das Überleben der Art in dieser Gegend zu sichern. Nur so sei ein ausreichend großer Genpool gesichert. Im Prinzip ist genügend Platz für die Tiere vorhanden. Norwegen ist etwa so groß wie Deutschland, hat aber nur ein Zwangistel der Einwohnerzahl.


Der WWF verweist auf das viel dichter besiedelte Italien: Dort leben vor den Toren Roms intakte Wolfspopulationen, ohne gejagt zu werden. „Das Märchen vom bösen Wolf ist in Norwegen einfach nicht tot zu kriegen!“ kritisiert Prokosch. Die skandinavischen Wölfe ernähren sich überwiegend durch die Jagd auf Elche. Die Probleme der Schafzüchter werden durch den Tod der Wölfe mit Sicherheit nicht gelöst. Eigentlich stehen die Wölfe auch in Norwegen seit 1973 unter Naturschutz. Zudem hat das Parlament in Oslo zugestimmt, dass drei Rudel im Land leben dürfen. Mit der erneuten Jagd werde diese Entscheidung klar missachtet, bemängelt der WWF.

Die Region Osterdalen an der Grenze zu Schweden, in der die betroffenen Wölfe leben, ist die einzige Region Europas, die vier große Raubtiere gleichzeitig beherbergt: Wolf, Luchs, Bär und Vielfraß leben hier von Elch, Rehwild, Rotwild und Rentier. Das Gebiet gehört zu den am besten geeigneten Lebensräumen für Wölfe. Teile davon liegen im Rondane National Park, einem der berühmtesten Schutzgebiete Norwegens.
(WWF, 27.01.2005 - DLO)
 
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